Zum Einkommen zählen auch Steuererstattungen, die der Unterhaltspflichtige erhält. Eine Belastung, die vom unterhaltsrelevanten Einkommen abgezogen werden darf, ist hingegen eine Steuernachzahlung.

Steuerklassen

Ist das Trennungsjahr vorüber, so dürfen sich die Ehegatten nicht mehr gemeinsam veranlagen. Die Folge ist eine Änderung der Steuerklasse bei nicht selbständigen Arbeitnehmern. Diese hat wiederum Auswirkungen auf das künftige Nettoeinkommen und damit auf die Unterhaltshöhe. Aus den Steuerklassen III und IV werden beispielsweise nun I und I (wenn die Ehe kinderlos ist) oder I und II (wenn einer der Partner mindestens ein Kind betreut).

Auch bei Selbständigen ist mit Ablauf des Trennungsjahres keine gemeinsame steuerliche Veranlagung möglich. Auch hier wird der nicht selbständig tätige Partner seine Steuerklasse ändern müssen. Der selbständig tätige Partner wird künftig ebenfalls mehr Steuern abführen müssen.

Begrenztes Realsplitting

Der Unterhaltsschuldner ist verpflichtet, das begrenzte Realsplitting des Steuerrechts durchzuführen: er muss seine Unterhaltszahlung an den anderen Ehegatten als Sonderausgaben steuerlich absetzen. Das vermindert seine steuerliche Belastung. Die Verpflichtung ergibt sich daraus, dass jeder Ehepartner gehalten ist, seine Verhältnisse steuerlich so zu regeln, dass sein Einkommen möglichst hoch ist. Die Verpflichtung, das begrenzte Realsplitting durchzuführen besteht jedoch erst ab dem Zeitpunkt, in dem ein rechtkräftiger Unterhaltstitel vorliegt oder der Unterhaltsanspruch vom Unterhaltsschuldner anerkannt worden ist. Beides dürfte erst ab Ende der Trennungszeit gegeben sein.

Als unterhaltsberechtigter Ehegatte kann man das begrenzte Realsplitting beim Finanzamt anlässlich seiner Einkommenssteuererklärung beantragen. Unterhaltszahlungen werden damit steuerlich zu Einkommen des Unterhaltsberechtigten. Daraus kann sich ein steuerlicher Nachteil ergeben, wenn der Unterhaltsberechtigte weitere Einnahmen hat. Seine Steuerschuld wird sich erhöhen. Diesen Nachteil auszugleichen ist der Unterhaltsschuldner verpflichtet, wenn dieser die Durchführung des begrenzten Realsplittings verlangt hat. Wenn sich der Unterhaltsverpflichtet weigert, den Steuernachteil, den der Berechtigte hat, diesem zu erstatten, kann der Unterhaltsberechtigte seine Zustimmung zum begrenzten Realsplitting an eine Sicherheitsleistung des Unterhaltsverpflichteten koppeln.