Rente: Antrag, Anspruch, Höhe

„Die Rente ist sicher.“ Dieser Ausdruck stammt von einem ehemaligen Bundesarbeitsminister. Er mag richtig sein, dennoch stehen tiefgreifende Einschnitte im deutschen Rentensystem bevor. Einen leicht verständlich geschriebenen Überblick über dieses System findet Sie hier: Rentenrecht.

Rentenreform

Die Rentenreform wird allein bis zum Jahr 2020 Mehrkosten von etwa 60 Millionen Euro verursachen. Dies geht aus dem Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums hervor. Im Entwurf sind die Mütterrente, die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren und die verbesserte Erwerbsminderungsrente enthalten. Im Jahr 2014 müssen 4,4 Milliarden Euro und in den folgenden sechs Jahren jeweils 9 Milliarden Euro aufgebracht werden.

Wer wenigstens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Angehörige der Geburtsjahrgänge bis 1952 sind von dieser Regelung begünstigt. Für danach Geborene mit besonders langen Beitragszeiten erhöht sich das abschlagsfreie Renten-Zugangsalter stufenweise auf 65 Jahre. Ab dem Geburtsjahrgang 1963 gilt dann nur noch diese Grenze.

Bei der abschlagsfreien Rente mit 63 werden auch Bezugszeiten des Arbeitslosengeldes I mit angerechnet, nicht aber Zeiten, in denen Hartz IV bezogen wurde. Mit eingerechnet werden auch Zeiten mit Bezug von Insolvenzgeld, Zeiten der Pflege von Familienangehörigen und Zeiten der Kindererziehung.

Trotz der Ausweitungen der Rentenleistungen soll der Beitragssatz für die Rente bis zum Jahr 2018 stabil bei 18,9 Prozent bleiben. Danach wird er auf 19,7 Prozent steigen. Experten erklären, dass die derzeitige Seniorengeneration eine Ausnahmeerscheinung sei. Nie sei eine Generation so vermögend und gebildet gewesen wie heute. Dieser Trend werde sich nicht fortsetzen, so dass es künftige Generationen wieder schwerer haben würden.

Auch die Erwerbsminderungsrente wird verbessert. Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder gar nicht mehr arbeiten kann, erhält mehr Rente. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichem Einkommen bis 62 – und damit zwei Jahre länger als bisher – in die Rentenkasse eingezahlt hätten. Das bringt brutto etwa 40 Euro mehr. Im Monat.

Die letzen 4 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung sollen unberücksichtigt bleiben, wenn sie bi der Berechnung des Durchschnittseinkommens negativ zu Buche schlagen würden.

Ebenfalls werden Reha-Leistungen zur Vermeidung von Frühverrentungen verbessert. Die bislang gedeckelten Mittel für Rehabilitationsleistungen sollen dynamisiert werden. Damit soll der demografischen Entwicklung Rechnung getragen werden, in deren Folge immer mehr Angehörige der geburtenstarken Jahrgänge das reha-intensive Alter ab 45 Jahren erreichen.

Lebensleistungsrente

Die Bundesregierung plant eine Lebensleistungsrente oder Zuschussrente, die zum 1. Januar 2014 in Kraft treten soll. Dabei handelt es sich nicht um eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern um eine Sozialleistung. Die Regierung will erreichen, dass Versicherte, die trotz langjähriger Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung und zusätzlicher privater oder betrieblicher Vorsorge nur über geringes Alterseinkommen verfügen, letztlich ein Einkommen haben, das deutlich oberhalb der staatlichen Grundsicherung liegt. Als Obergrenze ist ein Betrag von monatlich 850 Euro netto in der Diskussion, der sich zusammensetzt aus der gesetzlichen Rente, den Leistungen der privaten Zusatzvorsorge, eventuell weiter vorhandenen Einkünften und eben der geplanten Lebensleistungsrente.