Das Merkzeichen aG steht für außergewöhnliche Gehbehinderung. Darunter fallen solche Schwerbehinderte, die sich wegen der Schwere ihres Leidens dauern nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können. Es muss also eine sehr schwere Einschränkung des Gehvermögens vorliegen.

Beispiele für Merkzeichen aG

Die versorgungsmedizinischen Grundsätze nehmen dies an bei Querschnittlähmungen, bei Doppelober- und Doppelunterschenkelamputierten, bei Amputation des Oberschenkels ab dem Hüftgelenk und bei Oberschenkelamputation mit zusätzlichen Störungen des Gehvermögens. Sonstige Erkrankungen führen nur dann zur Anerkennung des Merkzeichens aG, wenn sie in ihren Auswirkungen mit den gerade genannten vergleichbar sind. Die Gehfähigkeit des Behinderten muss in ungewöhnlich hohem Maß eingeschränkt sein und er muss sich nur unter ähnlich großen Anstrengungen fortbewegen können, wie die ausdrücklich angeführten Personenkreise. In der Praxis wird das Merkzeichen sehr selten zuerkannt. Die zumutbare Gehstrecke darf lediglich zwischen 50 und 100 Metern liegen. Hierbei kommt es auch auf die Art und das Ausmaß der erforderlichen Pausen an.

Befreiung von der Kfz-Steuer

Das Merkzeichen aG bringt die völlige Befreiung von der Kfz-Steuer als Vergünstigung mit sich. Außerdem hat der Schwerbehinderte das Recht zur unentgeltlichen Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr ohne Erwerb einer Wertmarke. Die Kosten des KFZ können zudem als außergewöhnliche Belastung im Steuerrecht geltend gemacht werden.