Nachträgliche Änderung des GdB

Wie werden nachträgliche Änderungen des GdB, des Grads der Behinderung, berücksichtigt?

Die Feststellung des GdB kann geändert werden. Dies ist möglich durch Antrag des Schwerbehinderten oder aber von Amts wegen durch die Behörde. Vom Schwerbehinderten kann jederzeit ein Änderungsantrag oder Verschlimmerungsantrag gestellt werden. Dann wird ein Änderungsverfahren durchgeführt. Die Versorgungsbehörde muss prüfen, ob sich der Gesundheitszustand und seine funktionellen Auswirkungen verändert haben.

Keine Benachteiligung

Das Ergebnis eines Änderungsverfahrens darf nicht zur Folge haben, dass der bislang festgestellte GdB unterschritten wird, wohl aber können die Einzel-GdB abgeändert werden. Nur wenn die Behörde von Amts wegen die Änderung der Verhältnisse überprüft, ist im Ergebnis auch eine Herabsetzung des GdB möglich. Es ist dabei auf den jetzigen Gesundheitszustand abzustellen. Stellt sich heraus, dass der ursprüngliche Feststellungsbescheid fehlerhaft gewesen ist, die Befunde also falsch ausgewertet worden waren, so kann ein fehlerhafter Bescheid nur innerhalb einer Frist von 2 Jahren zurückgenommen werden.

Heilungsbewährung

Eine Heilungsbewährung ist ein Fall der nachträglichen Herabsetzung des GdB durch das Versorgungsamt in einem Nachprüfungsverfahren. Voraussetzung ist, dass sich die Gesundheitsverhältnisse nachträglich verändert haben. Während einer Heilungsbewährung wird ein höhere GdB als im Normalfall festgesetzt, weil etwa ein für die Krankheit typischer Depressionszustand mit berücksichtigt werden muss, der das Maß der üblichen psychischen Begleiterkrankungen, die von der GdB-Tabelle bereits berücksichtigt werden, übersteigt. Mit Ablauf der Heilungsbewährungszeit kann dann der GdB entsprechend dem wirklichen organischen Gesundheitszustand des Betroffenen herabgesetzt werden. Die Behörde muss hier keine Verbesserung der Funktionsstörung nachweisen, allein der Zeitablauf ist für eine Herabsetzung des GdB ausreichend. Der Ablauf der Heilungsbewährung, also der Zeitablauf, ist die maßgebende Änderung der Verhältnisse. Die Versorgungsbehörde muss aber dennoch den gesamten Gesundheitszustand des Betroffenen berücksichtigen, da neue Erkrankungen und Störungen hinzugekommen sein können.