Hartz 4 trotz Arbeit: die Zahl der Aufstocker sinkt nur langsam

Aufstocker und Hartz 4
Die Zahl der Erwerbstätigen, die ergänzend Hartz 4 beziehen, ist rückläufig

In Deutschland sind weit mehr als eine Million Menschen mit Job zusätzlich auf Leistungen nach dem SGB II, also auf Hartz 4 angewiesen. Der Grund: Ihr Einkommen ist zu niedrig, um den Lebensunterhalt abdecken zu können. Der gesetzliche Mindestlohn hat an diesen Zahlen so gut wie nichts geändert.

Zahl der Hartz 4 Aufstocker rückläufig

Die Anzahl der Personen, die trotz einer Arbeitsstelle  Hartz 4 Leistungen erhalten, ist in den vergangenen drei Jahren um ungefähr 138.000 von 1,3 auf knapp 1,2 Millionen zurück gegangen. Auch ihr Anteil an den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist gesunken.  Im Jahr 2013 nahmen die sogenannten Aufstocker 30 Prozent aus, im April 2017 waren es hingegen nur noch 26 Prozent. Weiterlesen

Kommt die gute Konjunktur bei Hartz-4-Beziehern an?

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Konjunktur wenig Auswirkungen auf Hartz 4

Die Arbeitslosenzahl ist in den ersten Monaten 2015 weiter gesunken, die Zahl der Erwerbstätigen steigt stetig. Wie lange hält der Aufwärtstrend noch an?

Glaubt man dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, so ist ein Ende nicht in Sicht. Nach seiner Prognose wird die Zahl der Arbeitslosen 2015 noch stärker zurückgehen als erwartet, auf im Schnitt 2,8 Millionen. Statt 20.000 weniger Menschen ohne Job werden es im Jahresdurchschnitt gut 100.000 weniger sein. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten könnte um 540.000 steigen – und mit 30,74 Millionen ein Allzeithoch erreichen. Weiterlesen

Reform der Minijobs

7 Millionen Minijobs gibt es zwischenzeitlich in Deutschland. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will mit weiteren Verbänden eine Reform der 450-Euro-Jobs erreichen. Der Minijob sei kein Sprungbrett ins reguläre Berufsleben, sondern eine Niedriglohnfalle, so der DGB.

Ziel der Initiative sei es, reguläre Beschäftigung zu fördern, die Gleichberechtigung zu stärken und den Fachkräftebedarf zu sichern. Für die Beschäftigten, insbesondere für die Frauen, sei eine Perspektive auf sozial abgesicherte Teil- oder Vollzeitbeschäftigung notwendig. Weiterlesen

Aus 400 wird 450-Euro-Job

Der Minijob wird reformiert. Zum 1. Januar 2013 gelten neue Verdienstobergrenzen für geringfügig Beschäftigte. Sozialversicherungsfrei dürfen nunmehr bis zu 450 Euro verdient werden. Bisher lag die Grenze bei 400 Euro.
Wer bis zum 31. Dezember 2012 jedoch zwischen 400 und 450 Euro verdient hat, bleibt für eine Übergangszeit von 2 Jahren versicherungspflichtig beschäftigt, also weiter Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenkasse, der Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung.
Für neue Beschäftigungsverhältnisse ab dem 1. Januar 2013 setzt die Sozialversicherungspflicht erst bei einem Bruttoverdienst von 450, 01 Euro ein.
Aber es gelten beim Minijob nicht nur neue Verdienstregelungen. Auch die Rentenversicherungspflicht ist jetzt die Regel. Auf Antrag kann sich der geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer jedoch von der Pflicht befreien lassen. Dies kehrt die bisherige Gesetzeslage um, nachdem nur auf Antrag reguläre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wurden.
Weiterhin zuständig für die Meldung eines Minijobs und die Einziehung der pauschalen Versicherungsbeiträge und Steuern ist die Minijobzentrale, die bei der Bundesknappschaft angesiedelt ist. Weiterlesen

Hartz IV: vom Minijob zur Vollzeitstelle

In NRW arbeiten vier Jobcenter in einem bundesweiten Pilotprojekt daran, Hartz IV Empfänger mit 400 Euro Jobs in eine sozialversicherungspflichte Arbeit zu vermitteln.

Es sind die Jobcenter in Dortmund, Unna, Bielefeld und Duisburg. In diesen Jobcentern sind monatlich insgesamt ca. 150 Minijobs in Vollzeitstellen umgewandelt worden. Dieses Beispiel soll nach dem Willen der BA bundesweit Schule machen. Es gehe nicht darum, Minijobs schlecht zu machen, so der Vorstand der BA. Es dürfe sich dabei aber auch nicht um ein dauerhafte Erwerbsprinzip entwickeln, denn ein Minijob würde auch eine Minirente nachsichziehen. Weiterlesen

400-Euro-Job: Lohnfortzahlung bei Krankheit und Schwangerschaft

Auch, wer einen Minijob bzw. 400-Euro-Job hat, hat einen Anspruch auf Lohnzahlung im Krankheitsfall. Das gleiche gilt bei einem Beschäftigungsverbot wegen Schwangerschaft. Minijobbern sind hier den Arbeitnehmern, die ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis haben, gleichgestellt.

Private Arbeitgeber, also Arbeitgeber, bei denen der Minijobber im Privathaushalt arbeitet, haben die Möglichkeit, sich das Geld von der Minijob-Zentrale erstatten zu lassen. Im Krankheitsfall gibt es 80 Prozent des Arbeitsentgelts von der Minijob-Zentrale zurück. Dazu muss der Arbeitgeber den U1-Antrag bei der Minijob-Zentrale stellen. Weiterlesen

Hartz IV zahlt mein Bier

Hartz IV zahlt mein Bier – dieser Spruch wird von einigen wenigen Arbeitslosengeld II Beziehern benutzt, die damit zum Ausdruck bringen wollen, dass es an sich schön sei, von Hartz IV zu leben und nicht abeiten zu müssen. Ähnliche Sprüche, wie etwa „Ich werde Hartzer“ hört man auch von Jugendlichen. Dass es sich dabei und ein Minderzahl der 6,5 Millionen Menschen handelt, die von Hartz IV leben müssen, wird oft vergessen. Vielleicht hat dies auch der Hessische Ministerpräsident vergessen, als er seine Forderung nach einer Arbeitspflicht für Arbeitslosengeld II Bezieher auf den Tisch gebracht hat. Obwohl: Vergesslichkeit sollte man ihm nicht unterstellen, zumal er weiter auf der Pflicht zur Arbeit pocht. Er will jedem Hartz IV Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertier Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung. Die Frage, die sich auftut, ist jedoch: woher will man die Jobs nehmen? Man kann Arbeitslosengeld II bezieher nicht beliebig irgendwo einsetzen. Auch bei Mini-Jobs ist derzeit kein großes Angebot vorhanden. Das Stichwort lautet: Wirtschaftskrise.  Hier setzt auch die Kritik des DGB ein, der vor einer Ausweitung des Niedriglohnsektors warnt. Weiterlesen

Über 55 – Job, Rente oder Hartz IV?

Über 55 – Job, Rente oder Hartz IV?

Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern gibt es viele: zu teuer, zu langsam, nicht genügend lernfähig. Die Wirkung dieser (falschen) Meinung zeigte sich in den Jahren des Aufschwungs von 2004 bis 2008. Bei den über 55-Jährigen ging die Zahl der Arbeitslosigkeit nur um 12 Prozent zurück. Bei den jüngeren Arbeitnehmern waren es 25 Prozent.
40 Prozent der Unternehmen beschäftigen keinen Arbeitnehmer über 50 Jahre. Auch die Altersteilzeit für beinahe nur für den vorzeitigen Ruhestand genutzt. Weiterlesen