Krankmeldung und Krankschreibung für Arbeitnehmer

Bei einer Erkrankung muss der Arbeitnehmer gewisse Regeln einhalten.

Das kommt häufig vor: ein Arbeitnehmer wird krank. Er meldet das dem Arbeitgeber und ergreift die notwendigen Maßnahmen, um bald wieder gesund und am Arbeitsplatz zu sein.

Doch was ist gesetzlich hinsichtlich der Krankmeldung vorgeschrieben? Was muss man als Arbeitnehmer beachten?

Wann krankmelden?

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, seinem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer „unverzüglich“ mitteilen. Unverzüglich heißt dabei so früh wie möglich, um dem Arbeitgeber eine Planungsmöglichkeit zu geben. Spätestens vor dem üblichen Dienstantritt muss dem Arbeitgeber die Mitteilung zugehen, dass eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Weiterlesen

AU-Bescheinigung schon am ersten Krankheitstag

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat unter dem Az 5 AZR 886/11 entschieden, dass Arbeitgeber bereits ab dem ersten Tag der Krankmeldung die Vorlage eines ärztlichen Attests verlangen dürfen. Eine Begründung muss der Arbeitgeber nicht geben. Es muss auch nicht der Verdacht vorliegen, der Mitarbeiter habe in der Vergangenheit eine Krankheit vorgetäuscht. Lediglich dann, wenn im Tarifvertrag das Recht auf so frühzeitige Vorlage eines Attests ausdrücklich ausgeschlossen werde, sei die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst nach drei Fehltagen notwendig. Das BAG begründete sein Urteil mit dem Verweis auf das Gesetz zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Danach ist das ärztliche Attest grundsätzlich erst nach drei Krankheitstagen fällig; es muss spätestens am vierten Fehltag vorliegen. Das Lohnfortzahlungsgesetz führt aber weiter aus: „Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.“ Das BAG legt diese Bestimmung so aus, dass eine frühere ärztliche Bescheinigung ohne Begründung gefordert werden kann. Weiterlesen

Krank im Urlaub und andere Sonderfälle

Das Arbeitsrecht weiß die Antworten auf Sonderfälle, die mit dem Erholungsurlaub zusammenhängen.

Wie muss sich ein Arbeitnehmer verhalten, der im Urlaub krank wird?

Ein Arbeitnehmer, der im Urlaub krank wird, hat aufgrund der Erkrankung keine Möglichkeit sich zu erholen. Deshalb darf er die Krankheitstage später im Joch einmal als Urlaub nehmen. Wichtig ist jedoch, dass er sich schon am ersten Krankheitstag beim Arbeitgeber meldet, per Telefon oder Email. Zudem muss er sich im Urlaub krankschreiben lassen und später ein ärztliches Attest vorlegen, eine AU-Bescheinigung. Nicht erlaubt ist, den Urlaub einfach um die Zahl der Krankheitstage zu verlängern. Wenn der Arbeitnehmer wieder gesund ist, muss er am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub wieder zu seinem Arbeitsplatz zurückkehren.
Wenn ein Kind des Arbeitnehmers im Urlaub erkrankt, gelten die oben dargelegten Regeln zum Ausgleich nicht. Der Vater oder die Mutter, die das Kind gepflegt haben, haben keinen Anspruch auf freie Tage. Weiterlesen

400-Euro-Job: Lohnfortzahlung bei Krankheit und Schwangerschaft

Auch, wer einen Minijob bzw. 400-Euro-Job hat, hat einen Anspruch auf Lohnzahlung im Krankheitsfall. Das gleiche gilt bei einem Beschäftigungsverbot wegen Schwangerschaft. Minijobbern sind hier den Arbeitnehmern, die ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis haben, gleichgestellt.

Private Arbeitgeber, also Arbeitgeber, bei denen der Minijobber im Privathaushalt arbeitet, haben die Möglichkeit, sich das Geld von der Minijob-Zentrale erstatten zu lassen. Im Krankheitsfall gibt es 80 Prozent des Arbeitsentgelts von der Minijob-Zentrale zurück. Dazu muss der Arbeitgeber den U1-Antrag bei der Minijob-Zentrale stellen. Weiterlesen

Zeitarbeit auf dem Vormarsch

In der Wirtschaftskrise mussten die Zeitarbeiter als Erste gehen, nun sind sie es, die als erstes einen neuen Job bekommen. In den ersten zwei Monaten des Jahres 2010 hat sich die Zahl der Zeitarbeiter wieder deutlich erhöht. Das gab der Bundesverband der Zeitarbeiter (BZA) bekannt. Nach dem Zeitarbeitsindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist die Zahl der Zeitarbeiter Anfang 2010 stark gestiegen. Für Januar zeigt der IW-Index einen sprunghaften Anstieg im Vergleich zum Dezember 2009 von 650.000 auf 710.000 Zeitarbeiter  an. Im Februar waren zwischen 730.000 und 750.000 Menschen in der Zeitarbeitsbranche beschäftigt. Weiterlesen

Krankmeldung im Arbeitsverhältnis

Laut den aktuellen Statistiken ist die zahl der Tage, an denen Arbeitnehmer wegen Krankheit vom Arbeitsplatz fernbleiben, im Durchschnitt in den letzen Jahren ständig gesunken.

Ein Arbeitnehmer ist gesetzlich verpflichtet, den Arbeitgeber zu unterrichten, dass er erkrankt ist. Das hat „unverzüglich“ zu erfolgen. Wird diese Pflicht nicht erfüllt, so kann eine Abmahnung und im Wiederholungsfall eine verhaltensbedingte Kündigung die Folge sein. Weitere Folge ist auch, dass der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung verweigern kann, wenn sich der Arbeitnehmer nicht ordnungsgemäß krank meldet. Weiterlesen

Kind krank – Recht auf Freistellung

Für viele berufstätige Eltern stellt sich bei einer Erkrankung ihres Kindes die Frage, ob sie zu Hause bleiben dürfen. Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf Freistellung gegenüber dem Arbeitgeber, wenn das Kind des Arbeitnehmers krank ist. Dieser Freistellungsanspruch ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Zunächst muss das Kind von einem Arzt eine Bescheinigung erhalten, dass er auf Pflege angewiesen ist. Dies ist die sog. Pflegebedarfsbescheinigung. Anschließend muss der Arbeitgeber informiert werden, dass der Arbeitnehmer von seinem Recht auf die unbezahlte Freistellung Gebrauch machen möchte. Einen Lohn- oder Gehaltsanspruch während der Zeit der Freistellung hat der Arbeitnehmer nicht. Ein Anspruch auf Freistellung bei einer Erkrankung des Kindes besteht für jeden Elternteil 10 Tage pro Jahr, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Alleinerziehende haben einen Anspruch auf 20 Freistellungstage pro Jahr.
Obwohl es sich um eine unbezahlte Freistellung handelt, erleidet der in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Arbeitnehmer keinen großen finanziellen Nachteil, denn er hat einen Anspruch auf Krankengeld. Ein entsprechender Antrag muss bei der Krankenkasse gestellt werden. Dieser Anspruch besteht allerdings nur, wenn es im Haushalt keine Angehörige gibt, etwa Großeltern, die sich um das kranke Kind kümmern können. Weiterlesen