Flüchtlinge, Asylbewerber und der Arbeitsmarkt

Eigene Arbeitslosenstatistik für Flüchtlinge

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit werden Flüchtlinge künftig in der Arbeitslosenstatistik getrennt ausgewiesen. In die IT-Systeme sei der Aufenthaltsstatus als Merkmal aufgenommen worden. So werde die Arbeitslosenstatistik bis Mitte kommenden Jahres nicht nur Aussagen zu Ausländern sondern auch zu Asylbewerbern treffen. Dies sei auf Drängen der Bundesarbeitsministerin geschehen.
Die Opposition betitelte diese Vorgehensweise als Schönfärberei. Bei der Gesamtzahl der Arbeitslosen seien die Asylbewerber in die offizielle Statistik zu integrieren.
Das Institut für Arbeitsmarktforschung geht auf der Basis von jeweils einer Million Flüchtlingen 2015 und 2016 im kommenden Jahr von 130.000 zusätzlichen Arbeitslosen aus. Weiterlesen

Bundesagentur für Arbeit verzeichnet: Anstieg der Erwerbstätigkeit aber noch immer zu wenig Ausbildungsplätze

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Konjunktur: Es geht bergauf.

Laut aktuellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) sind sowohl die Erwerbstätigkeit als auch die Zahl an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen bundesweit weiter gestiegen. Dieses Wachstum ist als saisonbedingtes Wachstum interpretieren. Die BA bezieht sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr

Zahlen des Statistischen Bundesamtes besagen, dass die Zahl der Erwerbstätigen im April dieses Jahres 42,65 Millionen Personen betrug. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl der Erwerbstätigen damit saisonbedingt um 21.000 Erwerbstätige gestiegen. Der Vergleich zum April des letzten Jahr es zeigt außerdem eine Steigerung um 208.000 Personen, die aktuell einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Weiterlesen

Wege aus der Arbeitslosigkeit – Mit und ohne Bundesagentur für Arbeit

Häufig ist es nicht die Bundesagentur für Arbeit, die für die Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Erwerbslosigkeit verantwortlich ist. Dies zeigt eine Untersuchung des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik der Hochschule Koblenz (IBUS).
Unterschiede wurden hierbei zwischen Leistungsempfängern nach SGB III (ALG 1) und Hartz 4-Empfängern (SGB II) festgestellt.
Um die Erfolge der Bundesagentur für Arbeit untersuchen zu können, wertete das IBUS eine im März 2015 veröffentlichte Statistik der Bundesagentur für Arbeit aus. Damit berichtet diese über ihre erfolgreiche Förderung von Arbeitssuchenden im Laufe des vergangenen Jahres. Die Ergebnisse der Statistik sind positiv: Immerhin monatlich sieben Prozent der gemeldeten Arbeitslosen fanden zwischen April 2014 und März 2015 eine neue Anstellung, die einen Leistungsbezug beenden konnte. Weiterlesen

Rente mit 63 vor Bundesverfassungs- und Sozialgericht?

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Rente mit 63 auf Anklagebank

Zeitungsberichten zufolge wird das Konzept der Rente mit 63 bald von den Sozialgerichten überprüft werden. Angeblich bereiten die Gewerkschaften ein Musterverfahren vor. Die IG Metall sammele Fälle für künftige Klagen.
Die Gewerkschaft vertritt die Auffassung, dass die Rente ab 63 eine willkürliche Ungleichbehandlung von Sachverhalten darstelle, die gleich zu behandeln wären.

Zeiten der Arbeitslosigkeit

Es geht darum, wann Zeiten der Arbeitslosigkeit bei den erforderlichen 45 Beitragsjahren für die Rente mit 63 anzurechnen sind.
Die Rente ab 63 ohne Abzüge erhält, wer 45 Beitragsjahre in der Rentenversicherung nachweisen kann. Dabei werden auch Zeiten anerkannt, in denen Arbeitslosengeld I bezogen wurde. Bei den letzten zwei Jahren vor dem jeweiligen Rentenbeginn werden Zeiten der Arbeitslosigkeit hingegen nicht angerechnet, um eine Welle von Frühverrentungen mit 61 Jahren zu verhindern. Weiterlesen

Rente mit 63

Das Bundesarbeitsministerium erarbeitet gegenwärtig einen Gesetzentwurf für die Rente, in dem die abschlagsfreie Rente mit 63, die Mütterrente und Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner eingebaut werden. Die entsprechenden Vorschriften sollen zum 1. Juli 2014 in Kraft treten.

Schon im Februar 2014 soll sich das Bundeskabinett mit dem Entwurf befassen. Zuvor müssen allerdings noch alle mit dem Gesetz befassten Ministerien zustimmen.

Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) kritisiert die Pläne der Regierung, die mit Milliardenausgaben verbunden sind. Wenn bei der geplanten Rente mit 63 für langjährige Beitragszahler auch noch Zeiten der Arbeitslosigkeit angerechnet würden, werde ein ganz weites Tor für neue Frühverrentungsmodelle geöffnet. Dann wäre es möglich, bereits mit 61 Jahren aufhören zu arbeiten um nach dem Bezug von Arbeitslosengeld vorzeitig in die abschlagsfreie Rente zu gehen. Weiterlesen

Arbeitslosigkeit 2012 mit guten Vorzeichen

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich dem Jahr 2012 von einer positiven Seite präsentiert. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigte sich selbst überrascht, als er die Januar-Zahlen 2012 präsentierte.
Die Zahl der Arbeitslosen betrug 3,09 Millionen. Saisonbedingt lag sie damit um 300.000 über der von Dezember. Dennoch sind es die niedrigsten Erwerbslosenzahlen sei dem Wiedervereinigungsboom vor 20 Jahren. Da viele Firmen eine gute Auftragslage vorzuweisen hätte, profitiere der Arbeitsmarkt. Außerdem gäbe es für die deutsche Wirtschaft momentan sehr günstige Finanzierungsbedingungen. Damit könnte 2012 zu einem Boomjahr werden. In der Eurozone liegt Deutschland vor den anderen Ländern. Durch die Finanzkrise hat sich die Arbeitslosigkeit in den Euroländern Anfang 2012 auf den höchsten Stand seit mehr als 10 Jahren erhöht.
Die Zahl der offenen Stellen betrug im Januar mehr als 450.000. Darunter waren allerdings viele Jobs von Zeitarbeitsfirmen, die nur sehr gering bezahlt sind. Weiterlesen

Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember 2011 auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Zwar haben Entlassungen und Einstellungsstopps in Außenberufen und im Handel die Arbeitslosigkeit um 67.000 auf 2,78 Millionen steigen lassen. Dennoch erreichte der Dezember den niedrigsten Wert seit 1991. Im gesamten Jahr 2011 gab es durchschnittlich 2,976 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Auch diese Zahl, die unter der 3 Millionen Marke liegt, ist die niedrigste seit 20 Jahren.  Somit ist der deutsche Arbeitsmarkt zwei Jahre nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise in befriedigender Verfassung. Das Jahr 2011 war somit ungewöhnlich erfolgreich für den Arbeitsmarkt.  Man spricht bereits von dem deutschen Jobwunder.
Allerdings weist die Arbeitslosenstatistik einige Mäkel auf. Das Bundesarbeitsministerium teilte mit, dass viele ältere Hartz-4-Empfänger bereits seit 2008 nicht mehr in der amtlichen Erwerbslosenstatistik auftauchen. Wer älter als 58 Jahre ist, Hartz 4 bezieht und zwölf Monate lang erfolglos vermittelt wurde, gilt nach einer im Jahr 2007 beschlossenen Regelung nicht mehr als arbeitslos.
Hintergrund: Änderungen in der Arbeitsmarktstatistik sind keine neuen Ideen. In den vergangen zehn Jahren hat die Bundesagentur für Arbeit mehrere relevante Änderungen bei der Erfassung von Arbeitslosen vorgenommen, aufgrund von Gesetzesänderungen des Bundes. Der Begriff der Arbeitslosigkeit wurde dabei fast immer weiter verengt, wodurch die Zahl der amtlich registrierten Arbeitslosen verringert wurde.
Zuletzt ordnete die Bundesregierung im Mai 2009 die Erfassung von schwer vermittelbaren Jobsuchern neu. Jene, die von einem privaten Arbeitsvermittler betreut werden, zählen seither nicht mehr als arbeitslos. So kam es, dass es von einem Tag auf den anderen knapp 20.000 Erwerbslose weniger in der Arbeitslosenstatistik gab.
Bereinigt man die Arbeitslosenstatistik 2011 von ihrem Make-up,  zählt man also Ein-Euro-Jobber und Menschen in Fortbildungen mit, so sieht man, dass es knapp 3,9 Millionen arbeitslose Menschen in Deutschland gibt.  Bei der Bundesagentur für Arbeit heißt das Unterbeschäftigung. Weiterlesen

BA meldet weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit

Der Arbeitsmarkt in Deutschland profitiert vom anhaltenden Wirtschaftsaufschwung.  Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni um 67.000 auf 2.893.000 gesunken, also weit unter die drei Millionengrenze.  Das waren 255.000 Arbeitslose weniger als im Juni 2010. Das berichtet die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg.  Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozent auf 6,9 Prozent zurück. Im gleichen Monat 2010 lag sie bei 7,5 Prozent.

Die BA erklärte, die Nachfrage nach Arbeitskräften sei hoch. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten steige weiter.  In den zurückliegenden 12 Monaten nahm die Zahl um 680.000 auf 28,23 Millionen zu. Circa 60 Prozent des Zuwachses entviel auf Vollzeitjobs. Die Zahl der Erwerbstätigen lag zuletzt mit knapp 41 Millionen um 488.000 über dem Wert des Vorjahres. Weiterlesen

Hartz IV überschattet die BA-Statistik

Die BA (Bundesagentur für Arbeit) hat neue Zahlen genannt. Es gibt weniger als drei Millionen Arbeitslose in Deutschland im Monat Mai 2011. Die wachsende Wirtschaft sorgt für eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften. Die meisten der Menschen, die jetzt noch arbeitslos sind, sind solche, die schwer vermittelbar sind (Schlagwort: Langzeitarbeitslose). Fast drei Viertel von Ihnen beziehen Hartz IV Leistungen.
Im Mai 2010 gab es eine viertel Million mehr Arbeitslose in Deutschland, im April 2011 gut 100.000 mehr. Auf 7 Prozent sank damit die Arbeitslosenquote. Erst für Ende des Jahres ist ein Anstieg auf über drei Millionen wahrscheinlich bzw. möglich, saisonbedingt. Auf das gesamte Jahr 2011 bezogen wird eine Arbeitslosigkeit von 2,9 Millionen erwartet.
Letztmalig war es im November letzten Jahres, als weniger als drei Millionen Menschen ohne Job waren, in einem Mai allerdings war es letztmalig 1992 der Fall.
Das Aufwärtsstreben der Konjunktur wird als Hauptgrund für den Rückgang der Arbeitslosenzahlen genannt. Im März 2011 gab es 28 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, fast 700.000 mehr als  vor einem Jahr. Die Vollzeitbeschäftigung wuchs um zwei Prozent, die Teilzeitbeschäftigung um 4,7 Prozent.
Teilzeitbeschäftigung gäbe es besonders in den Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsbranchen.
Die Statistik ist allerdings nur eine Statistik. Sie gibt den Blick nicht au das Ganze frei. Diejenigen Arbeitslosen, die arbeitsmarktpolitische Fördermaßnahmen absolvieren oder sogenannte Arbeitsgelegenheiten haben oder über 58 Jahre alt sind, tauchen in der BA-Statistik nicht auf. Erfasst man auch sie, so wächst die Zahl der Arbeitslosen auf etwa 4,2 Millionen. Diese Zahl ist aber ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Damals lag sie bei 4,7 Millionen.
Fast drei Viertel der Arbeitslosen sind Hartz-IV-Bezieher. Diese Langzeitarbeitslosen haben es auch in Zeiten eines Wirtschaftsbooms sehr schwer, eine Arbeitsstelle zu erhalten. Sie haben oft keine Ausbildung, Arbeits- oder Berufserfahrung oder als Alleinerziehende keine Möglichkeit, ihre Kinder betreuen zu lassen.
Die Arbeitsministerin machte in diesem Zusammen auf das Erfordernis aufmerksam, Frauen, Ältere und junge Menschen mit Problemen beim Übergang von der Schule in Beschäftigung in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Von den Gewerkschaften wird der Sparzwang der BA, die das Arbeitsministerium verordnet hat, kritisiert.  Es sollen ungefähr acht Mrd. Euro bis 2015 eingespart werden. Durch die Kürzung der arbeitsmarktpolitischen Fördermittel seien in den ersten fünf Monaten 2011 ein Drittel weniger Arbeitslose gefördert werden als im gleichen Monat des Vorjahres, obwohl die Arbeitslosenquote der Menschen ohne Berufsabschluss bei ca. 20 Prozent liege.
Mit der Kürzung der Arbeitsmarktförderung würden Hartz IV Empfänger allein gelassen, kommentierten die Grünen.
Selbst die Arbeitgeber sind unzufrieden mit dem Sparen, dessen Ursache darin liegt, dass der Bund der BA pro Jahr etwa vier Milliarden Euro an Mehrwertsteuermitteln weniger überweist.  Sie sehen die Gefahr von Beitragserhöhungen zur Arbeitslosenversicherung. Weiterlesen

Hartz IV für die Katz

Über sechs Jahre müssen sich Hunderttausende mit einem Namen befassen, den sie nicht gerne hören: Hartz IV. Doch besinnen wir uns einmal zurück. Sie klingen uns noch im kopf, die Schlagworte Agenda 2010 und Reform.

Das Ziel der Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe und damit der Einführung von „Hartz IV“ im Jahr 2005 war es, die Langzeitarbeitslosen schneller wieder in die Berufswelt zu integrieren. Dafür hatte man ein neues Förderunssystem geschaffen, aber auch Leistungskürzungen und ein Sanktionssystem in Kauf genommen. Weiterlesen