Die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen armen und reichen Kindern wächst. Ein Sechstel der Kinder in Deutschland lebt auf dem Niveau der Sozialhilfe und etwa ein Drittel in „präkeren“ Lebensverhältnissen. Dies erklärte der Präsident des Kinderschutzbundes anlässlich des Weltkindertages.

Das Kinderhilfswerk Unicef erklärte, besonders von der Armut betroffen seien Alleinerziehende, Zuwanderfamilien und Arbeitslose. Die Kinder aus diesen Familien könnten nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Sie hätten nicht immer die Möglichkeit, an Klassenfahrten, Kinoveranstaltungen oder Schwimmbadbesuchen zu partizipieren. „Diese Kinder sind nicht im Sportverein und können nicht zur Musikschule. Wenn sie einen Internetanschluss zu hause haben, dann sitzen sie den ganzen Tag allein davor.“

Viele dieser Kinder aus armen Verhältnissen sein schlecht ernährt, so Unicef. Auf der anderen Seite gebe es aber auch „ganz viele arme Familien, die liebevoll sind, und sich das letzte vom Mund absparen, damit es den Kindern besser geht.“

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinderärzte erklärte: „Die gesundheitlichen Schäden, die eng mit Kinderarmut verbunden sind, sind dramatisch.“ Er führt Übergewicht, lückenhaften Impfschutz, Entwicklungsstörungen und fehlendes Selbstbewußtsein als Beispiele an.

Die Frau des Bundespräsidenten und Unicef-Vertreterin sagte: „Kinder müssen mehr unterstützt werden.“

Kirchen, Wohlfahrtsverbände und der Kinderschutzbund fordern eine Aufstockung der Hartz-IV-Leistungen für Familien mit Kindern und die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz.