Die Hartz 4 Leistungen wurden analog zur Rentenanpassung Anfang Juli 2009 angehoben. Doch es sollte sich noch mehr tun bei den Regelsätzen der Arbeitslosengeld 2 Bezieher, wenn es nach dem Vorstand der BA ginge.

Aus dem Vorstand der Bundesagentur für Arbeit war in diesen Tagen zu hören, dass Arbeitslosengeld 2 Bezieher unterschiedlich eingestuft werden sollen. Langzeitarbeitslose, die mehrere Jahre Sozialversicherungsabgaben geleistet haben, sollen nach dortigen Vorstellungen bessere Leistungen erhalten als jene, die lebenslang nur im Sozialleistungsbezug gestanden haben. Hintergrund ist die Sorge, dass im nächsten Jahr die Zahl derjenigen Hartz 4 Bezieher steigen wird, die Beiträge zur Sozialversicherung geleistet haben: Arbeitslose, die länger als ein Jahr  ohne Job waren, bekommen nach Ablauf des Jahres kein Arbeitslosengeld mehr, sondern Hartz 4. Zwar bekommen sie anschließend einen Zuschlag zum Arbeitslosengeld 2, jedoch lediglich für 2 Jahre.
Die Bundesagentur geht für das Jahr 2010 von insgesamt 750000 neuen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt aus. Fast eine halbe Million, ca. 450.000 davon werden voraussichtlich von  Hartz 4 leben müssen.
Damit sind auch Menschen aus Mittelschicht von Arbeitslosigkeit und auch vom Hartz 4 Gespenst bedroht. Bis heute stehen überwiegend   Nichtqualifizierte aus niedrigen Einkommensschichten im ALG 2 Bezug.
Eine Differenzierung im Hartz 4 System sei eine Frage der Gerechtigkeit;  eine dauerhafte Besserstellung der „zahlenden“ Hartz 4 Empfänger sei notwendig.

Hartz 4 Sollte auch bei den Wohnkosten reformiert werden, so der Vorschlag aus dem Vorstand der BA. Nach der jetzigen Rechtslage werden die Kosten für die Wohnung bis zu einer Obergrenze übernommen. Wer eine Wohnung bezieht, die unter dieser Grenze liegt, kann sich die Differenz nicht auszahlen lassen. Besser wäre es, so der Vorstand der BA, eine nach Stadt oder Region festgelegte Wohnpauschale einzuführen. Dadurch würden Hartz 4 Bezieher einen Anreiz erhalten, billiger zu wohnen.

Diese Anregungen aus dem Haus der BA wurden von Sozialverbänden jedoch kritisch aufgenommen. Der Hartz 4 Satz sei derzeit bei weitem zu gering bemessen, um Armut zu vermeiden, so etwa der Paritätische Wohlfahrtsverband. Die derzeitige Hartz 4 Regelung grenze die Betroffenen aus der Gesellschaft aus. Der Arbeitslosengeld 2 Satz müsse auf 440 Euro erhöhrt werden, um hier eine Änderung zu schaffen.