Eine Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) der Universität Bonn reicht das Arbeitslosengeld II, das ALG II, umgangssprachlich Hartz 4 genannt, nicht aus, um Kinder und Jugendliche ausgewogen zu ernähren.

Nach der Studie veranschlagt der Gesetzgeber für Nahrung und Getränke bei 14- bis 18-Jährigen lediglich 3,42 Euro pro Tag. Doch auch, wenn man nur beim Discounter einkauf, sind durchschnittlich 4,68 Euro täglich für eine ausgewogenen Kost aufzuwenden. Die Empfehlung, die das FKE ausspricht:  das Arbeitslosengeld II, ALG II, anzuheben.
Eine ausgewogene, gesunde Kost, also ein Non-Fast-Food ist für Kinder und Jugendliche gesundheitswichtig: Kinder und Jugendliche aus armen Bevölkerungsschichten leiden zwei- bis dreimal so häufig unter Fettleibigkeit und damit verbundenen Krankheiten und Beschwerden wie gleichaltrige Kinder aus finanziell besseren Verhältnissen.

Wie sieht der Hartz 4 Satz zur Zeit aus?
Hartz 4 Empfängern, also Beziehern von ALG II steht ein Betrag von 347 Euro pro Monat zur Verfügung. Für Kinder in der Bedarfsgemeinschaft stehen  pauschal 60 % dieses Regelsatzes zur Verfügung, für Jugendliche 80 %. Etwa ein Drittel dieser Summe veranschlagt das SGB II für Nahrung, Getränke und Tabakwaren. 2,57 Euro täglich entfallen auf Kinder und 3,42 Euro auf Jugendliche ab 14 Jahre.“

Der Eckregelsatz von 347 Euro berüht auf Verbraucherstichproben aus dem Jahr 2003. Inzwischen hat die Kaufkraft aber etwa 8 bis 10 % eingebüßt (Stichwort: Inflation).

Die Bundestagsfraktion der Linken fordert in Reaktion auf die bonner Studie eine Anhebung der Regelsätze auf 420 Euro pro Monat. Die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion, Diana Golze, erinnerte daran, dass vor Bekanntwerden der Bonner Studie

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion und auch der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Fraktion hatten sich für eine sofortige Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes ausgesprochen, falls diese nicht bedarfsdeckend sein sollte.

Auch CDU Politiker fordern einen Teuerungszuschlag für Hartz 4-Empfänger.

Insgesamt zeigt sich die schwarz-rote Bundesregierung unentschlossen. Mitglieder der Regierung lehnen einen Überprüfungsautomatismus des Hartz 4 / ALG II Grundbetrages ab, etwa Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück oder Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzek (SPD). Dem gegenüber befürworten dies  CSU-Chef Edmund Stoiber, Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer und der Vorsitzende der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst-Dieter Rossmann, die Grünen und die Linkspartei.