Wann besteht ein Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Das Weihnachtsgeld wird mit dem Novembergehalt ausgezahlt. Andere Begriffe für Weihnachtsgeld sind Weihnachtsprämie, Weihnachtsgratifikation, Jahresabschlussvergütung oder Erfolgsbonus.

Einen Anspruch auf Weihnachtsgeld haben nicht alle Arbeitnehmer, denn ein solcher ist nicht im Gesetz verankert.

Woraus ergibt sich dann ein Anspruch auf die Weihnachtsgratifikation?

Der Anspruch auf Weihnachtsgeld kann sich aus einem Tarifvertrag ergeben. Etwa zwei Drittel aller Beschäftigten, für die ein Tarifvertrag gilt, haben einen Anspruch auf die Jahresabschlussvergütung.

Aber auch direkt aus dem Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung kann sich ein Anspruch auf Weihnachtsgeld ergeben.

Wenn in einem Arbeitsvertrag ein Weihnachtsgeld in Aussicht gestellt wird, kann der Chef von Jahr zu Jahr über die Zahlung neu entscheiden. Wurde Weihnachtsgeld jedoch drei Jahre hintereinander ohne einen Vorbehalt gezahlt, so kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld nicht plötzlich fallen lassen, denn es besteht ein Anspruch aus sogenannter betrieblicher Übung.

Nicht für alle gleich hoch

Weihnachtsgeld muss nicht für alle gleich hoch ausfallen. Bei längerer Krankheit, bei Elternzeit oder Kündigung kann der Arbeitgeber weniger als für andere Beschäftigte zahlen, oder auch gar nichts. Das muss dann aber im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag festgelegt sein.

Anspruch erst nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit

Ein Anspruch auf Weihnachtsgeld ist in den Tarif- und Arbeitsverträgen in der Regel erst ab 6 Monaten Betriebszugehörigkeit vorgesehen. Ebenfalls ist die Höhe des Weihnachtsgeldes an die Dauer der Betriebszugehörigkeit geknüpft.

Rückzahlung

Unter Umständen muss ein Arbeitnehmer, der nach dem Auszahlungsstichtag aus dem Betrieb ausscheidet, das Weihnachtsgeld zurückzahlen, wenn dies im Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung so niedergelegt ist.
Die Höhe der Rückzahlung ist aber begrenzt. Weihnachtsgeld unter 200 Euro darf überhaupt nicht zurückgefordert werden. Wenn das Weihnachtsgeld zwischen 200 Euro und einem Monatsverdienst beträgt, darf der Arbeitgeber nichts zurückfordern, wenn der Arbeitnehmer später als drei Monate nach der Auszahlung den Betrieb verlässt. Ist das Weihnachtsgeld jedoch höher als ein Monatsgehalt, so kann auch noch später zurückgefordert werden, und zwar bis zum Ablauf des nächstmöglichen Kündigungstermins.

Gleichbehandlung

Weihnachtsgeld ist eine Sonderzahlung, für die der betriebliche Gleichbehandlungsgrundsatz gilt. Ohne sachlichen Grund darf ein Arbeitnehmer oder eine Gruppe von Arbeitnehmern nicht schlecher als als andere behandelt werden.

Zu versteuern

Weihnachtsgeld muss versteuert werden, allerdings wird der Steuerabzug nach der Jahrestabelle ermittelt. Die Steuerprogression kommt damit im Auszahlungsmonat nicht voll greift