stromkosten

Der Hartz 4 Regelsatz ist für die aktuellen Stromkosten zu niedrig ausgelegt.

Egal ob aus heutiger Sicht oder ab dem 1. Januar 2018: der Hartz 4 Regelsatz ist zu niedrig, um die Stromkosten der Leistungsempfänger abzudecken. Im neuen Hartz 4 Satz sind 35,09 Euro für Strom vorgesehen.  Die Stromkosten eines Singlehaushalts betragen im bundesweiten Durchschnitt allerdings monatlich 40,50 Euro – so ein großes deutsches Vergleichsportal. In Ostdeutschland müssen Menschen mit einem Grundversorgungsvertrag sogar 65 Prozent höhere Stromkosten zahlen.

Hartz 4 Satz 2018

Der Hartz 4 Regelsatz für Alleinstehende wird um 7 Euro auf 416 Euro monatlich angehoben. Paare erhalten pro Person 6 Euro mehr und damit 374 Euro.

Vom Regelsatz müssen Betroffen die Kosten für den Haushaltsstrom (nicht für die Heizung) zahlen. Der Gesetzgeber hat bei seiner Kalkulation des Regelsatzes einen monatlichen Betrag von 35,09 Euro vorgesehen. Nach den Berechnungen eines unabhängigen Verbraucherportals ist dies zu wenig.

Stromkosten sind höher als kalkuliert

Das Portal hat einen Verbraucherpreisindex erstellt. Diesem zufolge zahlt ein Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1500 Kilowattstunden (kWh) aktuell im Durchschnitt 486 Euro jährlich für Strom. Monatlich umgerechnet sind dies 40,50 Euro. Folglich  übersteigt der Bedarf für Strom den künftigen Regelsatz 2018 gegenwärtig um 15 Prozent. Noch drastischer ist die Differenz in der Grundversorgung. Hier belaufen sich die Stromkosten eines Einpersonenhaushalts derzeit auf 531,96 Euro pro Jahr oder 44,33 Euro monatlich. Das sind 26 Prozent über dem Hartz 4 Satz.

Die Differenz zwischen Bedarf und Regelsatz ist von Region zu Region sehr unterschiedlich. Beispiel: ein Einpersonenhaushalt in Brandenburg muss für die Grundversorgung durchschnittlich 583 Euro und damit knapp 39 Prozent mehr als im Regelsatz vorgesehen zahlen. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern (35 Prozent) und Thüringen (31 Prozent). Am geringsten fällt der Unterschied  in Bremen mit 17 Prozent aus.

Die Entwicklung

2005 wurde Hartz 4 eingeführt. Seither wurde der Regelsatz schrittweise um etwa 21 Prozent angehoben (von 345 auf 416 Euro). Die Strompreise hingegen haben sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 51 Prozent verteuert, in der Grundversorgung sogar um 65 Prozent.

Doch nicht genug: Es ist steht zu erwarten, dass sich die Strombezieher in den kommenden Jahren auf höhere Rechnungen einstellen müssen. Die Stromnetzbetreiber haben ihre Preise erhöht. Sie erklären dies mit den Folgekosten der Energiewende. Die Rechnung zahlt letztendlich der Verbraucher.

Anbieterwechsel empfehlenswert

Hartz-4-Beziehern sei geraten, ihren Stromanbieter zu wechseln, wenn dadurch Kosten gesenkt werden können. Das ist jedoch nicht immer möglich, da viele Stromanbieter vor Vertragsabschluss die Bonität der Kunden prüfen und eine Belieferung ablehnen. Den Verbrauchern mit dem geringsten Budget bleibt dann ein Weg zu sinkenden Stromkosten versperrt. Sie müssen in der Grundversorgung bleiben und die dortigen hohen Strompreise weiter aus dem Regelsatz begleichen.