Lebensunterhalt für das gemeinsame Kind nach Trennung sicherstellen

 

kindesunterhalt
Nach einer Trennung oder Scheidung wird häufig um Kindesunterhalt gestritten.

Wenn sich Eltern trennen, machen sie sich immer Gedanken um das gemeinsame Kind oder die gemeinsamen Kinder. Wo soll es in Zukunft leben, wer soll es betreuen. In vielen Fällen ist die Antwort vorgegeben. Derjenige Elternteil, der Vollzeit arbeitet, hat meistens nicht die Zeit, sich tagsüber um das Kind zu kümmern. Dann lebte das Kind bei dem Elternteil, der sich auch bisher schon zeitlich am meisten um das Kind gekümmert hat.

Wohnsituation hat Auswirkungen auf den Unterhalt

Die Antwort auf die Frage, bei welchem Elternteil das Kind oder die Kinder nach einer Trennung lebt, hat unmittelbar Auswirkungen auf den Unterhalt des Kindes.

Beim Kindesunterhalt wird zwischen Betreuungsunterhalt und Barunterhalt unterschieden. Beide Eltern schulden Unterhalt, derjenige Elternteil, bei dem das Kind lebt, erfüllt seine Unterhaltspflicht durch den Betreuungsunterhalt, d. h. er kümmert sich tatsächlich um das Kind. Der andere Elternteil muss seine Unterhaltspflicht durch Geldzahlungen erfüllen.

Sorgerecht unabhängig von Unterhaltsfrage

Im Normalfall behalten Vater und Mutter auch nach einer Trennung oder Scheidung das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder.

Wichtige Entscheidungen müssen beide Elternteile gemeinsam treffen. Alltägliche Entscheidungen trifft jedoch das Elternteil, bei dem das Kind lebt.

Der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, hat selbstverständlich ein Umgangsrecht.

Nach neuester höchstrichterlicher Rechtsprechung sollten Eltern prüfen, ob nicht eine gemeinschaftliche Betreuung des Kindes möglich ist. Das sogenannte Wechselmodell soll gestärkt werden und kann sogar gegen den Willen der Eltern familiengerichtlich angeordnet werden (vgl. hierzu ein Urteil des BGH mit dem Az XII ZB 601/15). Das Wechselmodell soll zu einer gleichmäßigen Betreuung des Kindes durch beide Eltern führen.

Leider ist bei vielen Gerichten – wie schon seit Jahrzehnten – immer noch das Modell „Umgang an jedem zweiten Wochenende, Ferienzeiten hälftig aufgeteilt“ Standard.

Anspruch auf Kindesunterhalt

Auf Kindesunterhalt hat Anspruch  derjenige Elternteil, der die Kinder hauptsächlich betreut.

Die Höhe des Kindesunterhalts ergibt sich aus der Düsseldorfer Tabelle. Aktueller Stand der Düsseldorfer Tabelle ist der 1. Januar 2017.

Entscheidend für die Höhe des Zahlbetrags sind das Nettoeinkommen und das Alter des Kindes.  Bei einem Nettoeinkommen von 1600 € beträgt der Anspruch auf Unterhalt

  • bis zum 6. Geburtstag 360 €
  • ab dem 6. Geburtstag 413 €
  • ab dem 12. Geburtstag 483 €
  • ab dem 18. Geburtstag 554 €.

Der Unterhaltsanspruch mindert sich um die die Hälfte des Kindergeldes.

Das monatliche Kindergeld beträgt

  • für das 1. und 2. Kind: 192 Euro (2017) und 194 Euro (2018)
  • für das 3. Kind: 198 Euro (2017) und 200 Euro (2018)
  • für das 4. sowie jedes weitere Kind: 223 Euro (2017) und 225 Euro (2018)

Beispiel: Die Mutter eines fünfjährigen Kindes hat bei einem Nettoeinkommen des Vaters für ein Kind einen Unterhaltsanspruch von 360 Euro. Hiervon müssen 96 Euro hälftiges Kindergel abgezogen werden, so dass der zu beanspruchende Zahlbetrag 264 Euro beträgt.

Wichtig zu wissen ist auch noch, dass die Düsseldorfer Tabelle von zwei Unterhaltsberechtigten ausgeht. Ist die Zahl höher oder niedriger, kann eine niedrigere oder höhere Stufe der Düsseldorfer Tabelle zur Anwendung kommen.

Mehr und Sonderbedarf

Gibt es um die Tabellensätze nur relativ wenig Streit, so ist das hinsichtlich Mehrbedarf oder Sonderbedarf anders. Das sind Bedarfe, die nicht durch die Zahlungen nach der Düsseldorfer Tabelle abgedeckt werden.

Ein solcher Mehrbedarf könnte etwa durch Nachhilfeunterricht oder Vereinsbeiträge entstehen.

Ein Sonderbedarf könnte  der Eigenanteil an medizinisch notwendigen, von der Krankenversicherung nicht übernommenen, Behandlungen sein.

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