Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat eine Studie zur Wohnsituation schwerbehinderten Menschen erstellt. Das Ergebnis: Etwa die Hälfte aller Behinderten in seinem Zuständigkeitsbereich lebt bei ihren Eltern bzw. in der Familie.  Die Eltern wollen ihre Kinder zu Hause versorgen, unabhängig davon, ob sie finanziell unterstützt werden.  Von Oktober 2008 bis Juni 2009 hat der LWL die Zahlen in zwei Referenzgebieten ermittelt und anschließend hochgerechnet.  Danach leben etwa 15.000 behinderte Menschen im Familienkreis.

Viele Eltern bewegen sich an der Grenze des Machbaren, wenn sie ihre behinderten Kinder zu Hause versorgen. Dennoch wollen sie es, wünschen sich oft aber mehr Unterstützung. Keinesfalls wollen sie ihr Kind in ein Heim geben, wenn sie keine finanzielle Hilfe bekommen.

Ein Heimplatz klostet pro Person im Jahr etwa 38.000 Euro, eine ambulante Betreuung dagen nur die Hälfte. Wohnen die Kinder bei den Eltern, so muss die öffentliche Hand zunächst nichts zahlen. Die Kommunen sollen ihre familienunterstützende Hilfen ausbauen. Der LWL will mit den Gemeinden gemeinsam überlegen, welche Angebote jeweils vor Ort vorhanden sein müssen, damit behinderte Menschen in ihren jeweiligen Soziaräumen ein erfülltes Leben führen können, sei es nun zu Hause, im Betreuten Wohnen oder in einem Heim.