Die öffentliche Debatte um den Hartz IV Umbau ist um ein Papier reicher, dass ein Team um den ehemaligen Arbeitsminister Scholz vorbereitet hat.  Die SPD rückt darin von der Hartz IV Agenda ihres früheren Chefs Schröder ab.  Es müsse heute einiges korrigiert werden. Insbesondere die Leiharbeit habe sich anders entwickelt, als es in der Theorie geplant gewesen war. Nun soll der öffentlich geförderte Arbeitsmarkt ausgebaut werden.  Am Kern der damaligen Arbeitsmarktreform müsse sich nichts ändern, doch manches im Hartz IV Bereich werde als unfair empfunden.

Das SPD Konzept sieht vor, das Arbeitslosengeld I wieder länger gezahlt werden soll, wenn die Betroffenen im Gegenzug durch berufsqualifizierende Maßnahmen ihre Vermittlungsfähigkeit verbessern. Die Verlängerung soll bis zu sechs, bei besonders anspruchsvollen Qualifizierungen bis zu zwölf Monate, also ein Jahr, betragen.

Auch der Hartz IV Regelsatz soll angehoben werden. Das Bundesverfassungsgericht haben beanstandet, dass die Ausgaben für Bildung bisher nicht berücksichtigt worden seien. Das Lohnabstandsgebot dürfe nicht zu einer Minderung der Regelsätze führen.  Deshalb sei ein Mindestlohn notwendig. Die SPD will sich hier wohl der Forderung des DGB nach 8,50 Euro Mindeslohn anschließen.

Darüber hinaus soll der Bund in den kommenden zwei Jahren drei Milliarden euro für die Schaffung von 200.000 zusätzlichen Stellen im öffentlich geförderten Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen.  Diese Stellen sollen allen Hartz IV Empfängern zur Verfügung sein. Die Voraussetzung für solche Angebote müsse die Zustimmung der Gewerkschaften und Kammern sein, damit keine normalen Jobs vernichtet werden würden. Die Annahme eines Beschäftigungsangebots soll freiwillig sein. Wird eine zumutbare Arbeit aber abgelehnt, so würden weiterhin die bereits bestehenden Sanktionsmöglichkeiten Geltung behalten.

Das Arbeitslosengeld II soll unabhängig vom Vermögen gezahlt werden. Dadurch könne Bürokratie abgebaut werden.