Forscher des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) nutzen Daten aus dem Internet, um die Entwicklung am Arbeitsmarkt vorherzusagen. Danach machen sie sich folgendes zunutze: Wer sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz macht, informiert sich frühzeitig – lange, bevor die Kündigung wirklich kommt. Diese Informationen holen sich sehr viele Arbeitnehmer aus dem Internet, nämlich über 80 Prozent.

Vom IZA wurden nun Daten der Internet Suchmaschine Google nach bestimmten Schlüsselbegriffen ausgwertet. Google führt eine Statistik, wie oft bestimmte Suchwörter in einem Monat gesucht werden, also etwa Arbeitsamt oder arbeitslos oder Hartz IV. Diese Daten verglichen die Forscher mit den tatsächlichen Arbeitsmarktzahlen im betreffenden Monat.  Aus der Beziehung Suchverhalten und tatsächlichen Arbeitsmarktgegebenheiten in der Vergangenheit konnten sie so eine Formel für eine Zukunftsprognose entwickeln.

So können nun Prognosen vier Wochen vor der offiziellen Arbeitslosenstatistik, die von der BA jeweils zum Monatsende vorgestellt wird, abgegeben werden. Selbstverständlich können nicht hundertprozentige Vorhersagen gemacht werden. Man habe schließlich nur einen Indikator an der Hand, der es aber erlaube, besonders früh sehr gute Trendaussagen zu machen. Beispiel: Dass die Arbeitslosigkeit 2009 trotz der Wirtschaftskrise nicht sprunghaft steigen würde, haben die Forscher des IZA bereits im Juni 2009 erklärt.