Eine Kündigung und die anschließende Arbeitslosigkeit sind für die meisten Menschen kein einfaches Los, vor allem, wenn sie jahrelang im Arbeitsleben standen. Gerade ältere Arbeitslose haben es besonders schwer. Doch auch sie sollten nicht verzeifeln, denn die Arbeitsagenturen haben spezielle, auf ältere Menschen zugeschnittene Programme, die einen raschen Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglichen sollen. Aber es gibt einige Punkte zu beachten, wenn man die Kündigung erhalten hat.  Zunächst einmal muss man sich mit dem Kündigungsschreiben befassen. Ist die Kündigung ordnungsgemäß ausgesprochen worden. Oft muss für eine Kündigung der Betrierbsrat angehört werden, manchmal muss er der Kündigung sogar zustimmen.  Arbeitgeber wollen älteren Arbeitnehmern den Austritt aus dem Unternehmen oft mit einer Abfindung schmackhaft machen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn wenn Arbeitgeber älternen Arbeitnehmern eine Abfindung anbieten, liegen oft die Voraussetzungen für die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung nicht vor. Die Arbeitgeber versuchen einfach, ihrer Ansicht nach weniger leistungsfähige ältere Arbeitnehmer los zu werden.

Nach der Kündigung muss man sich innerhalb einer Woche persönlich bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden. Ältere Menschen haben längere Ansprüche als jüngere Arbeitslose. Für Menschen ab 58 Jahren gibt es je nach Dauer der Beschäftigung bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld I.  Bei jüngeren Menschen ist die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld auf 12 Monate begrenzt.

Wer als älterer Arbeitsloser länger als zwei Jahre arbeitslos ist, bekommt dann das Arbeitslosengeld II, besser bekannt unter dem Namen Hartz IV. Doch Arbeitslosengeld II bekommt nur, wer bedürftig ist. Das ist nicht der Fall, wenn Vermögen vorhanden ist, wie oft bei älternen Arbeitslosen. Dann muss das Vermögen bis auf einen geringen Betrag erst aufgebraucht werden. Derzeit beträgt das Schonvermögen 150 Euro je Lebensjahr des Arbeitslosen und seines Ehepartners. Vor 1948 Geborene haben einen Vermögensfreibetrag von 520 Euro je Lebensjahr. Daneben gibt es Freibeträge für minderjährige Kinder und die Altersvorsorge.  Es kann sinnvoll sein, das Vermögen vor Eintritt in den Hartz IV Bezug in den Kauf eines selbst bewohnten Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung zu investieren, denn ein solches Haus oder eine selbst bewohnte ETW muss nicht angetastet werden.

Laut Statistik der BA waren im September 2009 ca 886.000 Menschen im Alter von über 50 Jahren arbeitslos. Das sind 26,5 % aller Erwerbslosen. Im September 2003 betrug der Anteil der älteren Arbeitslosen 24,3 Prozent.

Je älter ein Arbeitsloser ist, desto schwieriger ist es, ihn wieder zu vermitteln. Dabei hilft oft der Eingliederungszuschuss. Die Arbeitsagentur kann dem Arbeitgeber für einen befristeten Zeitraum einen Zuschuss zum Lohn zahlen, wenn er einen Langzeitarbeitslosen einstellt. Auch das Programm mit dem Namen Perspektive 50plus der BA hilft. In den ersten zwei Jahren wurden von 80.000 älternen Langzeitarbeitslosen 22.5000 vermittelt, so die BA. Dennoch ist vor allem Eigeninitiative in der Bewerbung der Arbeitslosen gefragt, weil viele Unternehmen ihre offenen Stellen nicht der Arbeitsagentur melden.