Die Koaltion gibt sich großzügig: das Schonvermögen, das bei der Hartz IV Berechnung nicht berücksichtigt wird, wird verdreifacht und von 250 auf 750 Euro pro Lebensjahr angehoben. Ein 50 Jahre alter Hartz IV Empfänger darf dann beispielsweise 37.500 Euro auf dem Konto haben, die er nicht für den laufenden Lebensunterhalt einsetzen muss, hat also trozt dieses Vermögens einen Anspruch auf Hartz IV Leistungen. Der FDP Generalsekretär kommentierte dies mit den Worten. „Das schafft Gerechtigkeit und mindert Altersarmut.“ Zudem werden selbst genutzte Immobilien nicht mehr als Vermögen berücksichtigt und auch die Zuverdienstgrenze wird nach oben verschoben. Dadurch sollen Anreize zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gegeben werden.

Das hört sich gut an. Jedoch scheiterten im laufenden Jahr lediglich 11.000 Hartz IV Anträge, weil zuviel Geld auf dem Konto vorhanden war. Insgesamt wurden 5,5 Millionen mal ein Hartz IV Antrag gestellt. Die Anhebung des Schonvermögens kommt also lediglich 0,2 Prozent aller Hartz IV Bezieher zugute und kostet den Staat so gut wie nichts. Deshalb war es nicht schwierig, hier freigiebig zu sein. An den Regelsätzen, insbesondere dem Regelsatz für Kinder, soll hingegen nichts geändert werden.  Für 99,8 Prozent aller Hartz IV Empfänger wird es somit keine Veränderung geben. Zum Hartz IV Regelsatz der Kinder wird noch in diesem Monat eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erwartet. Zur Frage der Kinderarmut hat sich die neue Koalition noch nicht geäußert.