Verstösst ein Hartz IV Bezieher gegen seine Pflichten, so können Sanktionen gegen ihn verhängt werden. Es wird das ALG 2 abgesenkt und zwar in mehreren Schritten für jeweils drei Monate zunächst um 30 Prozent, dann um 60 Prozent und schließlich kann die SGB II Leistung komplett gestrichen werden.
Im Jahr 2008 wurde von den Jobcentern 750.000-mal ein Sanktion gegen Hartz 4 Empfänger verhängt. Hauptursache war das Versäumnis, sich beim Jobcenter zu melden. Regelmäßiger Kontakt zur ARGE ist wichtig, weil der Hartz IV Empfänger möglichst rasch in den Arbeitsprozess eingegliedert werden soll. Die Verweigerung einer von der ARGE angebotenen Arbeit war nur in wenigen Fällen, d.h. konkret in 20 Prozent der Fälle der Grund für eine Sanktion des Jobcenters. Es wurde entweder eine Ausbildungsstelle oder eine Weiterbildungsmaßnahme  oder auch ein Job abgelehnt.
Sanktionen wurden auch bei sonstigen Pflichtverletzungen verhängt, etwa, wenn sich der Hartz IV Bezieher nicht ausreichend selbst um eine Arbeitsstelle bemüht und keine oder nur wenig Bewerbungen verschickt.

Laut der aktuellen Statistik sind Jüngere Hartz IV Betroffene, also Menschen unter 25 Jahre, die Gruppe der sog. U25, überdurchschnittlich oft von Sanktionen betroffen. Hier sind im Jahr 2008 10 Prozent sanktioniert worden. Von den  über 50 Jahre alten Hartz-IV-Empfängern wurden hingegen nur 1,4 Prozent mit einer Sanktion belegt.

Die hohe Quote bei den jüngeren Arbeitslosen hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass sie engmaschiger betreut werden und Pflichtverletzungen somit umgehend in Erscheinung treten. Ende 2008 war durchschnittlich ein Behördenmitarbeiter für 91 unter 25 Jahre alte Hartz IV Bezieher zuständig. Im Vergleich: auf einen Behördenmitarbeiter fielen 173 ältere Arbeitslose.

Die Betroffene wehrten sich – auch mit nicht wenig Erfolg – gegen die Sanktionen. Im Jahr 2008 wurde gegen jede zehnte Sanktion von den Betroffenen Widerspruch eingelegt. In 38 Prozent dieser Fälle wurden die Sanktionen voll und bei weiteren 4 Prozent jedenfalls zum Teil zurückgenommen. In vielen  Fällen, in denen Arbeitslose gegen die Sanktionsbescheide Klage erhoben, überprüften die Jobcenter von sich aus noch einmal den Bescheid und änderten ihn zugunsten des Hartz IV Beziehers ab. Ein Gerichtsurteil wurde dadurch vermieden.