Die Konjunktur ist Jahr 2009 geschrumpft. Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt erreicht. Viele Arbeitnehmer haben Angst um ihren Job und fürchten sich vor Hartz 4.  Nach einer neuen Studie ist das Risiko, als Jugendlicher von Arbeitslosigkeit betroffen zu werden und in den ALG 2 Bezug zu fallen, in überproportionalem Maß hoch.

Der Grund ist einleuchtend: Berufsanfänger haben es schon in normalen Zeiten schwer, den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden. In den Zeiten der Krise verstärkt sich dieser Fakt. Die Folge: Jugendliche und junge Erwachsene im alter von 15 bis 24 Jahren sind von der Arbeitslosigkeit schlimmer betroffen als die übrigen Personen im erwerbsfähigen Alter.

Blickt man auf die Zahlen zum Arbeitsmarkt im April, so erkennt man folgendes: die Arbeitslosenquote insgesamt kletterte zwischen April 2008 und April 2009 um 0,5 Prozentpunkte an, bei den jüngeren Menschen erhöhte sie sich jedoch um mehr als das Doppelte, nämlich um 1,1 Prozent. Seit November 2008 schnellte die Arbeitslosenzahl bei den unter 25-Jährigen mit 950.917 um 33 Prozent in die Höhe, bei der Gruppe der übrigen Erwerbsfähigen verzeichnete man einen Anstieg um etwa 600.000, also eine Zunahme von 20 Prozent. Das Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB) zog daraus die Schlussfolgerung, dass das Risiko, als Jugendlicher arbeitslos zu werden,besonders hoch sei.
Einer der Gründe liegt in der Unternehmenspolitik: wenn Arbeitgeber Kündigungen aussprechen müssen, müssen sie dabei nach dem Kündigungsschutzgesetz eine soziale Auswahl treffen. Folglich haben die Jungen ohne Kinder den geringsten Schutz . Da es in der Vergangenheit starke Anreize für eine Frühverrentung gab, haben die Unternehmen seinerzeit dennoch häufig ältere Arbeitnehmer entlassen. Da die Kassen der Sozialversicherung leer sind, ist dieser Weg heute nicht mehr offen.
Des weiteren stehen jüngere Arbeitnehmer oft in befristeten Arbeitsverhältnissen. Zur Beendigung derselben ist keine Kündigung erforderlich; sie laufen per Zeitablauf aus. Das Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) fand für die Jahre 2002 bis 2007 heruas, dass seinerzeit besonders junge und niedrig gebildete Berufseinsteiger von Arbeitslosigkeit und Hartz IV und ALG 2 betroffen waren. Im Jahr 2007 führte der DGB bereits eine Umfrage durch. Ihr Ergebnis:  53 Prozent der jungen Beschäftigten bis 30 Jahre arbeiteten wenigstens einmal in befristeten Arbeitsvertrag. die Über 30-Jährigen hingegen standen lediglich zu  33 Prozent in einem befristeten Arbeitsverhältnis.