Wenn es nach der Bundesfamilienministerin (CDU) geht, soll das Elterngeld verlängert werden – wenn Eltern in Teilzeit arbeiten. Das Eltergeld soll dann bis zu 28 Monate lang gezahlt werden.
Für diesen Vorschlag gab es Beifall auch von Seiten der Opposition, also von FDP und Grünen.

Die Bundesfamilienministerin führte die Wirtschaftskrise als Begründung an. Viele Familienväter würden sich in der Krise nicht trauen, ganz aus dem Beruf auszusteigen. Sie könnten dann statt zwei voller Vätermonate vier halbe nehmen. Wenn sie halbtags arbeiten erhalten sie das halbe Elterngeld. Die Mütter können es genauso machen, so dass Vater und Mutter zusammen auf bis zu 28 Monate kommen können.

So hätten beide  Elternteile die Chance im Beruf zu bleiben und gleichzeitig Zeit sich um ihr Kind zu kümmern.

Armut müsse verhindert werden und in wirtschaftlichen Krisenzeiten sei es vorteilhaft, wenn Familien ein doppeltes Einkommen hätten. Zudem sei in jeder fünften Familie die Frau bereits die Hauptverdienerin. Die Familienpolitik müsse flexibel sein.

Von einem Elterngeld bei Teilzeitarbeit würden auch die
Arbeitgeber einen Nutzen ziehen können. Das Know-how ihres Arbeitnehmers während der Elternzeit würde ihnen erhalten bleiben und zusätzlich würden sie die Kosten für seine Wiedereingliederung sparen.

Die Unionsfraktion im Bundestag stimmte dem Vorschlag des Familienministeriums zu. Sie will das Elterngeld zusätzlich in Bezug auf eine Ausweitung der Vätermonate ohne zeitliche Verkürzung des Elternzeitraums überdenken.

Die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag von der SPD äußerte sich eher zurückhaltend. Sie erklärte, dass gleichzeitige Teilzeitarbeit und Streckung des Elterngeldbezugs auf bis zu 28 Monate bereits nach der derzeitigen Rechtslage möglich seien. Sie forderte die Familienministerin auf, die Kosten für die Ausweitung zu benennen.

Die Mehrkosten seien jedoch noch nicht absehbar, erklärte das Bundesfamilienministerium. Als Grund führte es an, dass gerade ermittelt werden müsse, wie viele Väter unter den neuen Bedingungen zusätzlich Elternzeit in Anspruch nehmen würden.