Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Und in diesem Jahr 2009 sind entschieden mehr Menschen zu den Maikundgebungen der Gewerkschaften gekommen, als in den Jahren zuvor. Und das, obwohl dieser Tag als Tag des Frühlings für den Maigang oder den Tanz in den Mai genutzt wird.

Es liegt auf der Hand, dass die Wirtschaftskrise die Menschen fühlen läßt, dass Arbeit kein Geschenk ist, sondern dass ein Arbeitsplatz ein Gut ist, um das gekämpft werden muss.
Der DGB hat die Regierung aufgefordert, die Folgen der Wirtschaftskrise entschiedener zu bekämpfen. Weitere die Konjunktur belebende Programme seien erforderlich. Des weiteren müssten die Betriebe besser unterstützt werden, damit es keine Massenentlassungen geben wird. Die zentrale Feier des Tags der Arbeit fand in Bremen statt. Nach Gewerkschaftsangaben haben sich auf rund 400 Versammlungen etwa eine halbe Million Menschen versammelt. Das seien zehntausende mehr als im vergangenen Jahr.

Eine Forderung des DGB Vorsitzenden Sommer war die Erhöhung der Hartz 4 Sätze. Außerdem müsse es Konsumgutscheine geben, die Gering- und Normalverdiener erhalten müssten. Ein Lastenausgleichsfonds, der von den Reichen und Superreichen finanziert werden müsse, müsse geschaffen werden, um „in Schwierigkeiten geratene Unternehmen und Betriebe mit Bürgschaften oder auch Beteiligungen über die Krise zu bringen“.

Sommer warnte vor sozialen Unruhen, wie es sich auch zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts gegeben habe. Der DGB Chef erklärte, die soziale Marktwirtschaft und Demokratie seien bedroht, wenn es nicht gelänge, einen Ausweg aus der Krise zu finden.
Der Vorsitzende der Linkspartei, Lafontaine, äußerte sich ähnlich.

Auch IG-Metall-Chef Huber plädierte pro einen staatlichen Rettungsschirm für Betriebe und deren Beschäftigte. Es müsse ein Kampf um jeden Arbeitsplatz geführt werden. Zwar sei ein Schutzschirm für Banken aufgespannt worden, aber zahlreiche andere Unternehmen stünden hilflos allein da. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi sprach sich für ein drittes Konjkunkturpaket in Höhe von 100 Milliarden Euro aus. Damit müssten die Arbeitsplätze gesichert werden und die Arbeitnehmer vor einem Abstieg in Richtung Hartz 4 geschützt werden.

Politiker aus der SPD wünschen siche eine stärkere Besteuerung von Besserverdienenden. Der SPD Vorsitzende Müntefering etwa machte sich für eine Anhebung des Steuersatzes für Spitzenverdiener um zwei Prozent stark.

Hintergrund:
Der Tag der Arbeit geht auf die nordamerikanische Arbeiterbewegung zurück, die Anfang 1886 zum Generalstreik am 1. Mai aufrief, um den Achtstundentag durchzusetzen. Sie tat dies mit Blick auf die Massendemonstration am 1. Mai 1856 in Australien, die gleichfalls den Achtstundentag zum Ziel hatten. In Deutschland ist der 1. Mai seit 1933 gesetzlicher Feiertag. Weltweit ist er der Tag der Arbeit.