Erstmals seit Einführung von Hartz IV ist die Zahl der von der Sozialleistung abhängigen Kinder im Jahr 2008 zurück gegangen. Dies Erklärte die Bundesagentur für Arbeit (BA). Zwar liegen ihr noch keine genauen Zahlen für 2008 vor, doch die BA hat eine Schätzung vorgenommen, nach der im Durchschnitt des Jahres 2008 1.826.000 Kinder im Alter bis 15 Jahren Sozialgeld, das Kinder-Hartz-IV, bezogen haben. Vergleiche man mit 2007, so sei ein Rückgang von 68.000 Fällen zu verzeichnen. Prozentual ist das ein Rückgang von 3,6. Kinder seien, so die BA, jedoch immer noch Armutsrisiko.

Die Zahl der minderjährigen Sozialgeld-Bezieher ist somit im Jahresdurchschnitt gesunken – kein Wunder, erklärte die BA, da die Konjunktur im Jahr 2008 noch gut gewesen sei. Hartz-IV-Empfänger und  ihre Kinder konnten hieraus ihren Nutzen ziehen. Daraus folge aber auch, dass sich aufgrund des aktuellen Konjunktureinbruchs die Zahlen für 2009 wahrscheinlich wieder verschlechtern würden.

Menschen, die jetzt ihren Arbeitsplatz würden, würden zunächst von der Arbeitslosenversicherung aufgefangen werden. Dauere die Krise jedoch länger an, so würden die Hartz IV Zahlen wieder ansteigen. Hierauf und die Auswirkungen für Kinder hatte der Kinderschutzbund bereits im März 2009 hingewiesen.

Im Jahr 2008 hatte die Zahl der Kinder, die von Hartz IV betroffen waren, langsamer abgenommen, als die Zahl der Erwerbsfähigen, die diese Hilfe benötigten. Letztere war um 5 Prozent auf 5 Millionen gesunken. Der Rückgang vollzog sich hier somit um ein Drittel schneller.

Besonders Alleinerziehende und Familien mit vielen Kindern haben es schwer, dem Hartz IV Kreislauf zu entgleiten. Nach Studien benötigen kinderlose Paare und Alleinstehende Hartz IV Leistungen durchschnittlich für den vergleichsweise kürztesten Zeitraum.