Nach Presseberichten liegt bei der EU ein Papier vor, nach dem Asylbewerber mit Sozialhilfeempfängern gleichgestellt werden sollen. Jeder bedürftige Asylbewerber soll einen Anspruch auf 315 Euro im Monat erhalten. Zudem soll er schon nach einem halben Jahr eine Arbeitserlaubnis erhalten. Nach der bisherigen Rechtslage bekommen Asylbewerber lediglich Kleidung und Nahrung.

Da die Sozialhilfe in Deutschland für erwerbsfähige Bedürftige seit 2005 Hartz IV heißt, könnte Asylbewerber in Zukunft einen Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen zustehen. Das plant eine Richtlinie der EU-Kommission, mit der sich das Europaparlament zur Zeit beschäftigt. Falls diese Richtlinie im Mai verabschiedet wird, müssten in Deutschland per Gesetz Asylbewerber Sozialhilfempfängern gleichgestellt werden.  Zudem würden nach dieser EU-Richtlinie Asylbewerber schon nach sechs statt zwölf Monaten ein Recht auf eine Arbeitsmöglichkeit haben.

Gegenwärtig bekommen Asylbewerber lediglich Sachleistungen. Das soll sich ändern. Der innenpolitische Sprecher der Konservativen im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), erklärte in einem Zeitungsbericht: „Alle Asylbewerber bekommen dann Hartz IV – mit allen Zusatzleistungen.“  Das bedeutet: in Zukunft haben Asylbewerber einen Anspruch auf den Hartz-IV-Regelsatz, der ab Juli 359 Euro im Monat für Alleinstehende beträgt. Hinzu kommen dann 316 Euro für den Partner, zwischen 211 und 281 Euro pro Kind, die Übernahme der angemessenen Miete sowie Zusatzleistungen für die Erstausstattung der Wohnung.

Laut den Pressebereichten soll es im Entwurf der EU-Kommission „Zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerbern“  wie folgt lauten: „Bei der Berechnung des Betrags der Asylbewerbern zu gewährenden Unterstützung stellen die Mitgliedstaaten sicher, dass der Gesamtbetrag (…) dem Betrag der Sozialhilfe entspricht, der eigenen Staatsangehörigen gewährt wird.“

Dieses EU-Vorhaben wird insbesondere von der Linken-Europapolitikern unterstützt. Es würden dadurch die Bedingungen für die Integration von Migranten verbessert und europaweit vereinheitlicht werden. Armutsfeste soziale Mindeststandards für alle in Europa lebenden Menschen würden geschaffen werden.

Politiker aus der Union sprechen sich gegen dieses Vorhaben aus. Aus Reihen der CSU war zu vernehmen, das es nicht akzeptabel sei, dass ein Asylbewerber die gleichen Leistungen erhält, wie jemand der jahrzehntelang Steuern und Sozialabgaben bezahlt habe. Auch sei ein rascher Zugang zum Arbeitsmarkt nicht richtig, da viele Menschen in Deutschland Angst um ihren Arbeitsplatz hätten.