Das Bundessozialgericht (Az B 14 AS 61 R) billigt Familien, deren Kinder Schüler-BAföG erhalten, höhere ergänzende Hartz IV Zahlungen zu. Nur ein geringer Teil des Schüler-BAföG darf als Einkommen beim ALG 2 angerechnet werden. Pro Monat stehen den Familien 44 Euro mehr zu.

Bezieht ein Student BAföG, so erhält er pro Monat 412 Euro, wenn er den BAföG-Höchstsatz erhält. Das Schüler-BAföG erreicht hingegen maximal eine Höhe von 192 Euro im Monat. Das hat seinen Grund darin, weil davon auszugehen ist, dass die Eltern ihr zuhause lebendes Kind unterstützen. Hartz-IV-Familien können für ihre Kinder Sozialgeld erhalten. Dieses wird jedoch mit dem  Schüler-Bafög verrechnet. Das heißt, das Schüler-BAföG wird als Einkommen der Bedarfsgemeinschaft angesehen. Nach bisheriger Praxis der Jobcenter wurde den Hartz IV Familien lediglich 20 Prozent des Schüler-Bafögs, also 38,40 Euro, für ausbildungsbedingte Mehraufwendungen zugebilligt und belassen.

Gegen diese Praxis klagte eine eine angehende Diätassistentin aus Sachsen. Sie argumentierte, der Rest-BAföG-Betrag das reiche nicht aus, um Fahrtkosten, Arbeitskleidung und Fachbücher zu bezahlen.

Das BSG entschied, das diese Kosten nicht alle einzeln nach tatsächlichem Aufwand geltend gemacht werden können. Die Klägerin müsse ein Pauschalierung hinnehmen. Die Pauschale sei aber zu gering. Die Kinder stehen 20 Prozent des vollen Studentenbafögs, also 82,40 Euro, als Mehraufwand zu. Diese dürfen nicht mit Hartz IV Leistungen verrechnet werden.