Der Vorsitzende der Jungen Union, Mißfelder, ist in die Kritik geraten. Er hatte sich abfällig über den Zigaretten- und Alkoholkonsum von Hartz IV Empfängern geäußert. Presseberichten zufolge hatte Mißfelder bei einem Frühschoppen des CDU-Ortsverbandes Haltern gesagt: „Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosen-Industrie.“ Der JU-Vorsitzende erklärte einen Tag später, er wolle keinesfalls allen Hartz-IV-Empfängern eine missbräuchliche Nutzung der Gelder unterstellen. Er wolle aber darüber diskutieren, wie mit den sozialen Leistungen der Allgemeinheit von den Betroffenen umgegangen wird. Die Hartz IV Leistungen kämen häufig nicht zielgenau an. Die Debatte hat die Anhebung der Hartz IV Regelsätze für Kinder zum Hintergrund. Diese werden von 60 auf 70 Prozent des Erwachsenenregelsatzes angehoben. Der JU-Vorsitzende erklärte, er wolle, dass das Geld der Solidargemeinschaft bei den Kindern wirklich ankomme.
Die AWO warf dem CDU-Politiker „völlige soziale Inkompetenz“ vor. Die Vorsitzende der Jungsozialisten warf ihm eine Stigmatisierung der Hartz IV Betroffenen vor.
Mißfelder war bereits im Jahr 2003 mit einer verbalen Attacke bekannt geworden, die er später relativierte. Er hatte kritisiert, dass sich zu viele alte Menschen künstliche Hüftgelenke von der Krankenkasse bezahlen ließen.