Der Arbeitsmarkt ist nun von der Wirtschaftkrise stark betroffen: Nach Angaben der
Bundesagentur für Arbeit, BA, wuchs die Zahl der Arbeitslosen im Januar 2009 auf
3,49 Millionen. Einhergehend damit nahm die sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung ab und die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt stark. Die BA sieht die
Situation pessimistisch.
Im Einzelnen: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland kletterte im Januar 2009 um
387.000 auf 3,489 Mio. Das waren zwar noch 170.000 weniger als im Januar 2008.
Dennoch ist der Anstieg nicht undramatisch, denn die Arbeitslosenquote wuchs um 0,9
Prozent auf 8,3 Prozent. Im Januar 2008 betrug sie 8,7 Prozent.
Die Konjunkturkrise kann man insbesondere an den saisonbereinigten
Arbeitslosenzahlen festmachen. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte
Arbeitslosenzahl stieg im ersten Monat des Jahres um 56.000 auf 3,267 Millionen an.
In den alten Bundesländern wuchs sie um 44.000, in den neuen Bundesländern um
12.000. Von Experten erwartet war lediglich eine saisonbereinigte Zunahme der
Arbeitslosenzahl um 30.000.
Im Dezember 2008 gab es einen rasanten Anstieg der Kurzarbeit. Nach Informationen
der Bundesagentur für Arbeit hatten Unternehmen für 404.000 Beschäftigte
Kurzarbeitergeld beantragt. Hiervon waren 295.000 Anträge mit Auftragsrückgang
begründet worden. Es waren 240.000 Anträge mehr für das konjunkturelle
Kurzarbeitergeld als im Vormonat November 2008. Vergleicht man mit Dezember 2007 so
kann man einen Anstieg der Anträge auf Kurzarbeit um 302.000 feststellen. Die BA
geht davon aus, dass sich die Zahl der Kurzarbeiter noch weiter und stärker erhöhen
werde.
Aufgrund der stark steigenden Arbeitslosigkeit erwartet die Bundesagentur für
Arbeit, BA, für 2009 einen deutlich höheren Haushaltsdefizit als eingeplant. Die
Bundesagentur wird sich nach Prognosen auf einen Fehlbetrag von zehn Milliarden
Euro einstellen müssen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt hatte die BA nur mit einem
Haushaltsdefizit von sechs Milliarden Euro gerechnet. Die BA hat jedoch Rücklagen
in Höhe von 17 Milliarden Euro um dies auszugleichen.
Die Krise am Arbeitsmarkt kam abrupt: Noch im Dezember 2008 war die Zahl der
Beschäftigten in Deutschland weiter gestiegen. Betrachtet man das komplette Jahr
2008, so ist die Erwerbstätigenzahl um 351.000 bzw. 0,9 Prozent auf 40,53 Millionen
angestiegen. Das sind die Zahlen, die das Statistische Bundesamt veröffentlichte.
Trotz des Anstiegs der Beschäftigtenzahl wird die Wirtschaftskrise mehr und mehr
auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Im Juli 2008 gab es einen Anstieg der
Erwerbstätigenzahl um 1,6 Prozent. Seitdem ist der Anstieg monatlich immer flacher
verlaufen.
Betrachtet man die monatliche Entwicklung, so läßt sich feststellen, dass im
Dezember 2008 246.000 Personen weniger erwerbstätig waren als im November. Dieser
Rückgang ist aber saisonbedingt, wenn auch nicht in dieser Höhe. Saisonbereinigt
ist die Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Vormonat um 24.000 auf 40,33 Millionen
Menschen zurückgegangen.