Mehr als 605 000 Menschen sind in Berlin auf Leistungen nach Hartz IV angewiesen.

Der Berliner Senat hat nun eine neue Regelung für die Übernahme der Mietkosten von Hartz-IV-Empfängern beschlossen. Es sollen nur die Bemessungsgrenzen für Ein-Personen-Haushalte um 5 % von 360 auf 378 Euro erhöht werden. Die allgemeine Übergangsfrist, in der teurere Wohnungen ohne Überprüfung vom Jobcenter bezahlt werden wird auf ein halbes Jahr verkürzt. Somit besteht nun in Berlin die gleiche Regelung wi in den anderen Bundesländern. Der vorgesehenen Regelung muss noch der Rat der Bürgermeister zustimmen; dann kann sie Anfang 2009 wirksam werden.

Hartz-IV-Haushalte in Berlin mit mehreren Personen werden nicht vor Mitte 2009 davon ausgehen können, dass die Bemessungsgrenzen für ihre Mietkosten neu festgelegt werden. Höhere Richtwerte werden erst festgesetz, wenn der neue Mietspiegel und die Betriebskostentabellen eine wahrnehmbare Steigerung des Mietenniveaus ausweisen. Bis dahin soll niemand allein wegen gestiegener Nebenkosten zum Umzug gezwungen werden.

In Berlin sind vor allem die Mieten für Single-Wohnungen gestiegen, weshalb dort die Richtwerte erhöht wurden. Single Wohnungen werden sowohl von Studenten, alten Menschen als auch von Hartz IV Empfängern sehr stark nachgefragt. Knapp 60 % der mehr als 331 000 Berliner Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften, die Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe beziehen, sind Single-Haushalte. Zurzeit zahlen etwa 1200 Menschen, die in teureren Wohnungen leben, die Differenz zum Richtwert aus ihrem Regelsatz oder durch einen Ein-Euro-Job selber. Von Zwangsumzüge wegen zu hoher Mieten waren 2007 680 Haushalte betroffen.