Der Frühjahrsboom auf dem Arbeitsmarkt ist im April nur schwach gewesen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug laut Bundesagentur für Arbeit (BA) 3.414.000. Es  waren nur 94.000 Menschen weniger arbeitslos als im März. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre war der saisonale Rückgang der Arbeitslosigkeit doppelt so hoch. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Wiese, kommentierte: „Die Verbesserung am Arbeitsmarkt flacht sich ab.“ Im Jahr 2007 gab es im April 563.000 mehr Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote sank somit um 0,3 auf 8,1 Prozent.

Arbeitsminister Scholz sieht Deutschland dennoch auf dem Weg zur Vollbeschäftigung, langfristig. Die BA prognostiziert für den Herbst einen Stand der Arbeitslosigkeit unter 3 Millionen. Im Durchschnitt werden jedoch im Jahr 2008 3,4 Millionen Menschen ohne Arbeit gewesen sein, im Jahr 2009 3,2 Millionen, so die offizielle Vorherschau der Bundesagentur für Arbeit.

Was bedeutet Vollbeschäftigung? Vollbeschäftigung heißt, dass die Zahl der Arbeitswilligen der Zahl der offenen Stellen entspricht, nicht, dass jeder eine Arbeit hat. Eine bestimmte Menge von Arbeitnehmern wechselt immer zu einer bestimmten Zeit die Arbeitsstelle. Auch wenn eine geringe Arbeitslosenquote gegeben ist, liegt somit Vollbeschäftigung vor. Eine Arbeitslosenquote von 4 bis 6 Prozent wird als eine solche geringe Arbeitslosenquote angesehen.