Das Statistische Bundesamt hat im Jahr 2004 eine Statistik zu Armut und sozialer Ausgrenzung angefertigt. In die Untersuchung „Leben in Europa “ waren14 europäische Länder eingebunden. Das Statistische Bundesamt hat 13.000 deutsche Haushalte über ihre Einkommensverhältnisse interviewt.  Hier die auf Deutschland bezogenen Ergebnisse:

13 % der Deutschen war im Jahr 2004 armutsgefährdet – das sind 10,6 Millionen Menschen, darunter 1,7 Millionen Kinder unter 16 Jahren.

Die Armutsgefährdungsquote liegt in den neuen deutschen Bundesländern bei 17 %, in den alten deutschen Bundesländern bei 12 %. Armutsgefährdungsquote ist der Anteil der Personen, der mit weniger als 60 % des mittleren Einkommens auskommen muss.
Die Armtusgefährdungsquote wird nach einem europäischen Standard unter Heranziehung des von allen Haushaltsmitgliederen tatsächlich erzielten Haushaltseinkommens berechnet. Das Einkommen wird nach enem Gewichtungsschlüssel, der durch das Zusammenleben bedingte Einspareffekte bei den laufenden Kosten berücksichtigt, auf die Haushaltsmitglieder verteilt. Daraus wird das mittlere Einkommen ermittelt.

Armutsrisiken sind in erster Linie Arbeitslosigkeit und fehlende Bildungsabschlüsse. Über 40 % der Arbeitslosen und 25 % der Personen ohne abgeschlossene Schulausbidlung sowie 25 % der Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind armutsgefährdet. Dagegen sind von der erwerbsfähigen Personen nur 5 % von Armut bedroht.

Ohne die sozialen Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Wohngeld wären 24 % der Bevölkerung armutsgeährdet. Bei Alleinerziehenden ist dies noch deutlicher zu sehen: ohne die sozialen Transferleistungen wären 56 % armutsgefährdet, mit den Sozialleistungen sind es tatsächlich aber immerhin noch 30 %.

Wie sieht die Armutsgefährdungsgrenze in der Eurowährung aus?
Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt sie bei 1798 Euro. Bei einer alleinerziehenden Mutter mit einem Kind unter 14 Jahren markieren 1113 Euro die Armutsgefährdungsgrenze. Für Alleinstehende beträgt sie 856 Euro.

Weitere Fakten:
56 % der Befragten können sich keinen Urlaub leisten.
14 % müssen bei der Heizung sparen und beheizen die Wohnung im Winter nicht richtig.
20 % der Befragten gehen bei Erkrankungen nicht zum Artzt.

Der europäische Vergleich:
In Irland, Portugal und der Slowakei sind 21 %, in Spanien 20 % und in Italien 19 % der Menschen armutsgefärdet. In Frankreich mit 14 % und Österreich mit 13 % liegen die Werte der Armutsgefährdung auf einem mit Deutschland vergleichbaren Nivieau. Deutlich niedriger ist die Armutsgefahr mit einer Armutsgefährdungsquote von jeweils 11 % in den Ländern Skandinaviens sowie in Luxemburg.

Welche Auswirkungen zeigen die Hartz IV Reformen auf die Armutsgefährdung?
Hierzu geben die Daten keine Auskunft, da die Erhebung auf Zahlen des Jahres 2004 beruht und  die Hartz IV Reform erst im Jahr 2005 in Kraft getreten ist.