Die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion vertritt die Auffassung, dass Hartz 4 einen störenden Einfluss auf das Liebesleben der Deutschen habe. Der Regelsatz von Hartz 4 enthalte nur 5 Euro pro Monat für den pharmazeutischen Bedarf . Zu diesem zählen auch Verhütungsmittel. Daneben müssen davon aber auch Hustensaft, Salben, Pflaster und andere Arzneien angeschafft werden. „Damit ist sicherer Sex nicht möglich“, so die Aussage der Sprecherin der Linksfraktion.  Die Folgen liegen auf der Hand, es können ungewollte Schwangerschaften oder die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten sein. Die Sprecherin fordert, dass die Kosten für Verhütungsmittel als Mehrbedarf anzuerkennen sind.

Vor der Hartz 4 Reform wurden Pille, Spirale oder Sterilisation zusätzlich zur damaligen Sozialhilfe vom Staat bezahlt. Nach der Einführung des ALG II zum 01.01.2005 hatten mehrere Schwangerschaftsberatungsstellen von einer gestiegenen Zahl ungewollter Schwangerschaften berichtet. Viele der Betroffenen hätten erklärt, sie hätten die Verhütung nicht mehr bezahlen können. Die Bundesregierung hatte damals erklärt, bei der Berechnung des Regelsatzes von 345 Euro seien Verhütungskosten mit einbezogen worden.