Am 13. Juni 2014 hat der Bundesrat dem Rentenpaket der Bundesregierung zugestimmt. Nunmehr hat es alle parlamentarischen Hürden genommen und kann dem Bundespräsidenten zur Unterschrift vorgelegt werden. Danach tritt es wie geplant zum 1. Juli 2014 in Kraft.

Rente mit 63 Jahren

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Rentenpaket: Rente mit 63

Das Rentenpaket bringt in erster Linie eine Erweiterung der Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Sie haben die Möglichkeit, bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze eine abschlagfreie Altersrente ab Vollendung des 63. Lebensjahres zu beziehen, bis sie dann das reguläre Rentenalter erreicht haben. Voraussetzung für die Rente mit 63 Jahren sind 45 Jahre Pflichtbeiträge aus Beschäftigung und selbstständiger Tätigkeit. Bei den maßgeblichen 45 Beitragsjahren werden auch Zeiten des Bezuges von Arbeitslosengeld I angerechnet. Allerdings werden Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Jahren vor dem Rentenbeginn nur mitberücksichtigt, wenn der Arbeitgeber in Insolvenz getreten oder en Betrieb aufgegeben hat.

Mütterrente

Es werden durch das Rentenpaket aber auch die Erziehungsleistungen von Müttern und Vätern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, in der Rente stärker als bisher finanziell berücksichtigt. Die anrechenbaren Kindererziehungszeiten für Kinder, die vor dem 1. Januar 1992 geboren sind erhöhen sich für diese Eltern um zwölf Monate.
Durch die Mütterrente erhalten Mütter für jedes vor dem 1. Januar 1992 geborene Kind eine um 28,61 Euro erhöhte Rente. In den neuen Bundesländern steigt die Rente lediglich um 26,39 Euro. Wirksam wird die Rentenerhöhung für Mütter bereits am 1. Juli 2014. Ausgezahlt erhalten die Mütter diese Erhöhungen aber wohl erst ab Herbst 2014, weil der Verwaltungsapparat der Rentenversicherung die Umstellung bis zum 1. Juli 2014 nicht bewältigen kann.

Erwerbsminderungsrente

Auch für Menschen mit verminderter Erwerbsfähigkeit bring das Rentenpaket Vorteile. Sie werden nun besser abgesichert. In Zukunft werden sie mit der neuen Erwerbsminderungsrente so gestellt, als ob sie mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen zwei Jahre länger weitergearbeitet hätten.

Rentenerhöhung

Der Bundesrat hat zudem der Rentenwertbestimmungsverordnung der Bundesregierung zugestimmt. Mit dieser Verordnung werden die Renten 1 Juli 2014 erhöht. Betroffen sind die Altersbezüge der rund 20 Millionen Rentner in Deutschland. Die Renten steigen im Westen Deutschlands um 1,67 Prozent und in Ostdeutschland um 2,53 Prozent an. Die Mehrausgaben, die dem Staat durch die Erhöhung in der gesetzlichen Rentenversicherung, der Alterssicherung der Landwirte und der Unfallversicherung entstehen, betragen insgesamt ca. 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2014 und gut 5 Milliarden Euro in 2015. Dass die Renten in den neuen Bundesländern stärker als in den alten Bundesländern ansteigen, liegt vor allem an der stärkeren Lohnentwicklung, die es dort gab. Auf ihr basiert die die Rentenanerhöhung.
Die Rentenwertbestimmungsverordnung muss nun von der Bundesregierung in Kraft gesetzt werden.