alleinerziehend-mehrbedarf

Alleinerziehende müssen überdurchschnittlich oft Hartz 4 Leistungen beziehen. Ihnen steht ein Mehrbedarf zu.

Die Fraktion „Die Linke“ wollte in einer kleinen Anfrage von der Bundesregierung wissen, welche Gründe nach ihrer Auffassung für die vergleichsweise hohe Hartz-4-Bedürftigkeit von Alleinerziehenden verantwortlich seien?

Anteil der Alleinerziehenden bei Hartz 4 überproportional

Die Bundesregierung erklärte in ihrer Antwort (Quelle: Bt-Ds 18/1628), dass der vergleichsweise hohe Anteil Alleinerziehender, die Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II haben, daher rühre, dass es für Alleinerziehende eine besondere Herausforderung darstelle, die Kinderbetreuung mit den beruflichen Erfordernissen in Einklang zu bringen. Beides, Kinderbetreuung und Berufstätigkeit bräuchten Zeit. Aus diesem Grunde könnten Alleinerziehende im Vergleich zu Kinderlosen seltener einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Des Weiteren liege ein Grund im Fehlen eines zweiten Familieneinkommens. Mit nur einem Erwerbseinkommen sei es schwieriger, den finanziellen Bedarf einer Familie zu decken. Dies gelte umso mehr, je mehr Kinder in einer Familie lebten.

Mehrbedarfszuschlag für Alleinerziehende

Die Fraktion „Die Linke“ fragte weiter an, ob die Bundesregierung die vom Gesetzgeber für die Einführung eines Mehrbedarfszuschlags für Alleinerziehende gegebene Begründung weiterhin für gültig halte, und wie sie heute die Mehrbedarfszuschläge für Alleinerziehende bewerte.

Die im Rahmen des Bundessozialhilfegesetz (BSHG) im Jahr 1985 verankerten Vorschriften und Begründungen zur Einführung eine Mehrbedarfs für Alleinerziehende sei für die heutige Regelbedarfssystematik des SGB II ohne Bedeutung, so die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bt-Ds 18/1628).
Die seit dem Jahr 2011 geltenden Regelbedarfe für Kinder und Jugendliche (SGB XII: Regelbedarfsstufen 4 bis 6 analog § 20 Absatz 2 Satz 2 Nummer 1 und § 23 Absatz 1 SGB II) seien erstmals aus den Verbrauchsausgaben von Familienhaushalten ermittelt worden und nicht mehr aus dem früheren Eckregelsatz (der für eine alleinstehende, alleinerziehende Person gelte) abgeleitet.
Die auf die Führung eines Haushalts entfallenden Verbrauchsausgaben seien größtenteils bei den Erwachsenen (in diesem Fall: Alleinerziehende und Partner, nach SGB XII Regelbedarfsstufen 1 und 2) berücksichtigt und nur in geringem Umfang bei den Regelbedarfsstufen 4 bis 6. Damit stehe für einen Mehrpersonenhaushalt (Alleinerziehende mit Kind oder Kindern) für die Kosten des gemeinsamen Haushalts im Wesentlichen nur einmal die Regelbedarfsstufe 1 zur Verfügung, der Mehrbedarf Alleinerziehender stelle hierfür einen notwendigen Ausgleich dar.

Wie hoch ist der aktuelle Mehrbedarfszuschlag für Alleinerziehende

Hinsichtlich der Einzelheiten zur aktuellen Höhe des Mehrbedarfs für Alleinerziehende verweisen wir auf folgenden Artikel: Alleinerziehend – Hartz 4 Mehrbedarf