Die Regierungskoalition hat sich auf einen Kompromiss zur Rente mit 63, zur Mütterrente und zur Erwerbsminderungsrente geeinigt.  Die Gesetze sollen zum 1. Juli 2014 in Kraft treten. Der Bundestag soll am kommenden Freitag darüber abstimmen.

Rente mit 63

Bei der Rente mit 63 Jahren werden die Zeiten der Arbeitslosigkeit nur bis zwei Jahre vor Erreichen des Frühverrentungsalters berücksichtigt. Damit soll eine Welle von Frühverrentungen verhindert werden.

Auch für Selbständige soll es die Rente mit 63 Jahren geben, wenn sie freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind.

Flexirente

Mit der Flexirente oder Kombirente ist es nun möglich, dass Menschen nach Erreichen der Regelaltersgrenze auch mit einem befristeten Vertrag weiter beschäftigt werden können. Die Befristung kann auch wiederholt werden. Das Renteneintrittsalter soll also flexibilisiert werden. Dann können die Arbeitnehmer (im Einvernehmen mit ihrem Arbeitgeber) selbst entscheiden, wann sie in Rente gehen wollen. Bisher war dies nur sehr eingeschränkt möglich. Wie die Details aussehen werden, ist noch nicht bekannt. Es ist allerdings vorgesehen, dass nicht auf die Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer, die über das normale Rentenalter hinaus arbeiten wollen, verzichtet wird. Andernfalls würden jüngere Arbeitnehmer gegenüber den älteren benachteiligt sein. Außerdem würde in den Kassen der Kranken- und Rentenversicherung Geld fehlen.

Die Weiterbeschäftigung muss vor dem Erreichen des regulären Rentenalters vereinbart werden.

Kosten

Das Rentenpaket wird ungefähr 9 bis 11 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Die Gelder werden der Rentenkassen entnommen.  Bis zum Jahr 2030 werden ca. 170 Milliarden Euro für die Rentenreform aufgewendet werden müssen.

Der aktuelle Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung soll bis 2018 unverändert bleiben. Er beträgt 18,9 Prozent. Im Jahr 2019 wird er voraussichtlich auf 19,7 Prozent steigen (bisher hatte man einen Satz von 19,1 Prozent für jenes Jahr angenommen). Im Jahr 2025 wird der Rentenbeitragssatz dann bei 20,8 Prozent liegen. Bisher waren 20,3 Prozent kalkuliert worden. Die Rentenbeiträge werden zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.