Die EM-Rente, die Erwerbsminderungsrente soll im Rahmen des Rentenpakets der Bundesregierung ab dem 1. Juli 2014 erhöht werden. Allerdings werden heutige Bezieher der EM-Rente nichts davon haben. Bei ihnen wirken in der Rente die bisherigen Abschläge nach.

Die Neuregelung bei der Erwerbsminderungsrente, die im Durchschnitt 40 Euro monatlich an Mehr an Rente ausmachen werden,  sollen nur für Erwerbsminderungsrenten gelten, die nach dem 30. Juni 2014 beginnen. Bei bestehenden Erwerbsminderungsrenten gelten weiter Abschläge von bis zu 10,8 Prozent.

Sozialverbände hatten hiergegen vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt. Das Gericht verwarf die Klage allerdings mit der Begründung, dass die Kürzung zu rechtfertigen sei, weil sie dem Ziel diene, die Rentenbeiträge zu senken und das System der Alterssicherung zukunftsfest zu machen. Es geht dem Gericht also um den Erhalt der Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung.

Im Durchschnitt beträgt eine Erwerbsminderungsrente 740 Euro für Männer und 670 Euro für Frauen.

Es läuft gegenwärtig eine Online Petition gegen die „ungerechten Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten“. Allerdings sind die 50.000 Unterschriften noch nicht erreicht, die eine öffentliche Beratung des Themas im Petitionsausschuss des Bundestages erreichen könnten.

Hintergrund Erwerbsminderungsrente

In der gesetzlichen Rentenversicherung versicherte Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht oder kaum  noch arbeiten können, haben – wenn sie die weiteren Voraussetzungen erfüllen – einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Zu den weiteren Voraussetzungen gehört in erster Linie eine Beitragszeit von fünf Jahren.

Bei jungen Menschen gilt eine sogenannte Zurechnungszeit von 60 Jahren. Sie werden rentenrechtlich so behandelt, als ob sie bis zu diesem Alter gearbeitet und Beiträge eingezahlt hätten. Wenn die Rente aber vor dem 63. Lebensjahr in Anspruch genommen wird, müssen aber Abschläge hingenommen werden. Für jeden Monat früherer Inanspruchnahme werden 0,3 Prozent abgezogen, höchstens allerdings 10,8 Prozent.

Die gesetzliche Neuregelung will die Zurechnungszeit auf 62 Jahre anheben. Die letzten vier Jahre vor der Erwerbsminderung werden zudem ignoriert, wenn sie sich negativ auf die Rentenhöhe auswirken.