Ein Gesetz aus dem Jahr 2012 schreibt vor, dass Hartz-4-Bezieher innerhalb von 5 Jahren lediglich bis zu zwei Jahre einer „Beschäftigung mit Mehraufwandsentschädigung (MAE)“, umgangssprachlich 1-Euro-Job, nachgehen dürfen. Viele von den 1-Euro-Jobberen stoßen nun an diese  Zeitgrenze.

1 Euro oder etwas mehr erhalten die Langzeitarbeitslosen zusätzlich zu ihrem ALG 2, also ihrer Hartz-4-Leistung.  Sie arbeiten in sozialen Unternehmen, die sehr oft auf die Unterstützung durch die Arbeitslosen angewiesen sind.

Ein-Euro-Jobs zeitlich befristet

Eine Verlängerung des 1-Euro-Jobs ist bei Erreichen der 2-Jahres-Grenze nicht möglich. Man muss nach anderen Wegen suchen. Einer wäre z.B. eine Tätigkeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Ein solcher Freiwilligendienst kann ebenfalls maximal für 2 Jahre geleistet werden. Die Einnahmen hieraus (ein Taschengeld) wird ebenfalls nicht auf den Regelsatz angerechnet.

Viele Stellen plädieren hingegen für eine komplette Abschaffung der 1-Euro-Arbeitsgelegenheiten, weil die Erfahrungen oft negativ waren. Diese Jobs sollten Langzeit-Arbeitslosen die Chance auf einen richtigen Arbeitsplatz eröffnen, ihnen zumindest aber sinnvolle Beschäftigung geben. Das hat nicht funktioniert.

Gewerkschaften fordern, den Ein-Euro-Job durch neue Angebote zu ersetzen. Ein dauerhafter Übergang von Langzeitarbeitslosen in reguläre Beschäftigung muss erreicht werden.

Andere Stellen sehen in den Ein-Euro-Jobs ein sinnvolles Instrument, besonders in der Altenpflege und der Seniorenbetreuung.

Zahl der Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung rückläufig

Die Zahl der Ein-Euro-Jobber ist in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen. Im Jahr der Einführung im Jahr 2005 wurden im Schnitt 300.000 Hartz-4-Bezieher in einen 1-Euro-Job vermittelt. Gegenwärtig sind es nur noch etwas mehr als 80.000.  Ein-Euro-Jobber erhalten durchschnittlich ca.1,50 Euro in der Stunde.

Was aber Alternativen sein können, das möchte gegenwärtig noch niemand sagen.

Rechtliche Grundlage finden die Ein-Euro-Jobs in § 16d. Sozialgesetzbuch II.

Dieser besagt in Abs. 1, dass erwerbsfähige Leistungsberechtigte zur Erhaltung oder Wiedererlangung ihrer Beschäftigungsfähigkeit, die für eine Eingliederung in Arbeit erforderlich ist, in Arbeitsgelegenheiten zugewiesen werden können. , wenn die darin verrichteten Arbeiten zusätzlich sind, im öffentlichen Interesse liegen und wettbewerbsneutral sind.