Im gerichtlichen Verfahren rund um Hartz 4 kann sich jeder von einem Rechtsanwalt beraten und später auch vertreten lassen. Die Anwaltskosten zahlt der Staat.
Für eine Beratung stellt der Anwalt für seinen Mandanten beim Gericht einen Antrag auf Beratungshilfe. Im Falle einer Bewilligung erhält der Rechtsanwalt 50 Euro für eine Erstberatung. Wird er nach der Erstberatung für den Mandanten tätig, führt er z.B. Korrespondenz mit dem Jobcenter, so erhält er 100 Euro. Kommt es zu einer Verhandlung vor dem Sozialgericht, so werden von der Staatskasse bis zu 800 Euro gezahlt.
Voraussetzung für die Gewährung von Beratungshilfe ist gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 1 Beratungshilfegesetz, dass der Rechtsuchende die erforderlichen Mittel nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht aufbringen kann. Weiter dürfen dem Rechtssuchenden nicht andere Möglichkeiten für eine Hilfe zur Verfügung stehen, deren Inanspruchnahme ihm zuzumuten ist. Gemeint sind hier etwa Schuldnerberatungsstellen.
Bei der Prozesskostenhilfe, die für das gerichtliche Verfahren vor den Sozialgerichten einschlägig ist, ist ebenfalls Voraussetzung, dass der Antragsteller die Kosten der Rechtsverfolgung nicht aufbringen kann. Zusätzlich wird verlangt, dass die beabsichtigte Klage hinreichend Aussicht auf Erfolg hat.
An Erfolgsaussichten einer Hartz-4-Klage mangelt es in aller Regel nicht, da statistisch gesehen, jeder fünften Klage gegen die Jobcenter stattgegeben wird.
Warum haben Klagen gegen die Jobcenter so gute Erfolgsaussichten?
Ein Grund liegt darin, dass die Bundesregierung das SGB II, also die Hartz 4 Gesetze vor rund zehn Jahren sehr schnell entworfen hat. Das SGB II enthält sehr viele unbestimmte Rechtsbegriffe und schwierige Berechnungsmethoden. Die Mitarbeiter der Jobcenter sind hiermit bis in die Gegenwart zum Teil überfordert. Hinzu kommt, dass das Gesetz bisher mehr als 60mal modifiziert wurde.
In den ersten Jahr von Hatz 4  war die Erfolgsquote von Klagen gegen Hartz-4-Bescheide sogar noch höher.
Einige Sozialgerichte haben versucht, diese Praxis der Prozesskostenhilfe einzuschränken. Sie lehnte diese in den Fällen ab, in denen es um Beträge unter 50 Euro ging.
Das Bundesverfassungsgericht stufte diese Handhabung jedoch als verfassungswidrig ein, da es den Grundsatz der Chancengleichheit zwischen Bemittelten und Unbemittelten verletze.  Da die Jobcenter von Juristen vertreten würden,  hätten auch Hartz-4-Bezieher das Recht auf einen Rechtsanwalt.
Ein weiterer Grund für die guten Erfolgsaussichten einer Hartz-4-Klage ist die Verpflichtung der Jobcentern und der Sozialgerichte, Sachverhalte von Amts wegen umfassend zu klären. Dies nennt man in der juristischen Fachsprache den Amtsermittlungsgrundsatz. Bittet man um Überprüfung des Bescheids unter allen rechtlichen Gesichtspunkten, so muss die Behörde selbst herausfinden, ob und wo ein Fehler gegeben ist.
Aufgrund der stetig anwachsenden Widersprüche schaffen es viele Jobcenter nicht, gesetzliche Fristen für Bescheide einzuhalten. Ist die Frist einen Tag abgelaufen, kann man eine Untätigkeitsklage mit Erfolg erheben.