Nur jeder fünfte Vater nimmt Elternzeit und Elterngeld für sich in Anspruch, wenn man nach NRW blickt. Damit liegt das Land um die Metropole Düsseldorf hinter dem Bundesdurchschnitt zurück. Dann dort ist es jeder vierte Vater, der sich nach der Geburt für einige Zeit um sein Kind kümmern will. In Bayern und Sachsen sind es sogar 35 Prozent der Väter.

Ein Grund für die geringere Nutzung des Elterngeldes in NRW ist die vergleichsweise geringe Erwerbstätigkeit von Müttern mit kleineren Kindern unter drei Jahren. Zwei Drittel bleiben zuhause. Vor der Geburt gehen hingegen noch ca. 60 Prozent arbeiten.

Das NRW-Familienministerium hat eine Studie zur Verteilung der Elternzeit-Nachfrage von Vätern in Stadt und Land veröffentlicht. Der Studie zufolge lässt sich nicht sagen, ob die Nachfrage nach Elternzeit auf dem Land oder in der Stadt stärker ist. Man kann also nicht davon ausgehen, dass es auf dem Land die traditionelleren Väter gibt.

In Regionen, in denen mehr Mütter berufstätig sind, steigt auch die Zahl der Väter, die Elternzeit beantragen. In Kreisen und Städten mit einem guten Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren kehren mehr Mütter in ihren Job zurück. Entsprechend mehr Väter nutzen die Elternzeit.

In den Fällen, in denen Männer die Hauptverdiener der Familie sind, erschwert dies die Elternzeit, weil das Geld dann nicht reicht.
Zudem meinen in NRW drei Viertel der Väter und zwei Drittel der Mütter, dass Kinder unter drei Jahren litten, wenn die Mutter arbeiten gehe. In Sachsen vertreten nur ein Drittel diese Ansicht.