Mehr als eine Million Selbstständige in Deutschland haben ein Einkommen, das deutlich unterhalb des geplanten gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro liegt. Das ist aus Presseberichten unter Zitierung von Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaft zu entnehmen. Ein Viertel aller Selbstständigen hat danach einen Verdienst von weniger als 8,50 Euro brutto pro Stunde.

770.000 der etwa 2,5 Millionen Solo-Selbstständigen erwirtschaften im vergangenen Jahr weniger als 8,50 Euro in der Stunde. Zudem gibt es etwa 500.000 Selbständige, die Mitarbeiter beschäftigen, deren Einkommen aber ebenfalls unter dem von der Koalition vereinbarten zukünftigen gesetzlichen Mindestlohn liegt.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Statistische Bundesamt. Selbstständige haben damit oft geringer Stundenlöhne als abhängig Beschäftigte.

Dies Zahlen hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag zum Anlass genommen, den geplanten Mindestlohn zu kritisieren. Er sei eine Gefahr für diejenigen, die eigentlich davon profitieren sollen. Junge Menschen aus bildungsfernen Schichten würde er falsche Anreize geben. Diese würden eher einen kurzfristig besser bezahlten Mindestlohn-Job ausüben, als eine Ausbildung mit Perspektive zu absolvieren.  Gegenwärtig hätten, 1,5 Millionen Menschen zwischen 25 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss.  Bei einer Drosselung der Konjunktur würden die Menschen ohne Ausbildung als erstes ihren Job verlieren.

Weitere Infos zum gesetzlichen Mindestlohn: https://www.sozialhilfe24.de/arbeitsrecht/arbeitsvertrag/mindestlohn.html