Welcher Hartz 4 Bezieher kennt das nicht: man versucht den zuständigen Sachbearbeiter zu erreichen, landet aber in einer unendlichen Warteschleife der Servicenummer des Jobcenters. Hat man Glück und hört nicht nur eine Computer- sondern eine menschliche Stimme, so werden oft Sachverhalte falsch oder überhaupt nicht übermittelt.
Nur in wenigen Jobcentern ist es möglich, direkt mit dem Sachbearbeiter zu telefonieren und sofort dringende Fragen zu klären.
Damit ist nun Schluss. Das Verwaltungsgericht Leipzig hat unter dem Az. 5 K 981/11 entschieden, dass jeder Bürger einen Anspruch darauf hat, die Durchwahlnummer seines Sachbearbeiters genannt zu bekommen.
Dem Urteil des Verwaltungsgerichts lag eine Klage eines Rechtsanwalts zugrunde, der auf Herausgabe der Diensttelefonliste des Jobcenters Leipzig mit den entsprechenden Durchwahlnummern der im Bürgerkontakt stehenden Mitarbeiter geklagt hatte.
Das Gericht urteilte, dass das Informationsfreiheitsgesetz einen umfassenden Informationsanspruch von Bürgern gegenüber behördlichen Einrichtungen festschreibt. Nur dann, wenn Sicherheits- oder Datenschutzgründe gegen die Herausgabe von Informationen sprechen, können diese auch verweigert werden. Im Fall des Jobcenters liegen solche Hinderungsgründe nicht vor. Es gibt weder Sicherheitsgründe noch Datenschutzgründe, die gegen eine Herausgabe der dienstlichen Telefonnummern der Jobcenter-Mitarbeiter sprechen, so das Gericht.
Lediglich die innere Organisation des Jobcenters sei  kein Kriterium, das dem Informationsanspruch des Bürgers entgegen gehalten werden könne.
Jeder, der im Hartz 4 Bezug steht, kann sich somit auf seinen gesetzlichen Informationsanspruch gegenüber dem Jobcenter berufen und Herausgabe der direkten Telefondurchwahl seines Sachbearbeiters verlangen.