Das Elterngeld wurde unter anderem deshalb eingeführt, damit die Geburtenrate in Deutschland ansteigen sollte. Doch der Babyboom ist ausgeblieben. 2011 wurde ein historischer Tiefstand erreicht. Die Zahl der Geburten war noch nie so niedrig in der Geschichte der Bundesrepublik – trotz Elterngeld, dem Ausbau der Kitas und Familienförderung.
Warum zeigt die aktive Familienpolitik der Regierung noch keine Wirkung. Nun, sie braucht  mehr Zeit und Kontinuität – erst dann können Ergebnisse erzielt werden, wie der Blick nach Frankreich oder etwa Norwegen zeigt.
Am Horizont ist ein Hoffnungsstreifen sichtbar, wenn man sich die Statistik anschaut. Zwischen den Jahren 2005 und 2010 stieg die Geburtenrate von 1,34 auf 1,39. Dieser Zeitraum ist jedoch zu kurz, um verlässliche Zahlen und Schlüsse liefern zu können.
Um ein Schrumpfen der Bevölkerung zu verhindern, müssen wenigstens so viele Kinder geboren werden wie Menschen sterben, die Frauen mindestens 2,1 Kinder im Schnitt bekommen. Von dieser Zahl ist Deutschland weit entfernt sind. Aber auch die anderen EU-Länder. Frankreich ist das einzige EU-Land, das eine Geburtenrate von knapp über 2,0 vorweisen kann. Das kommt nicht von ungefähr, denn das Land hatte bereits 1981 seine Familienpolitik einschneidend verändert.
Bei der Entscheidung für ein reagieren Familien auf Leistungskürzungen des Staates viel sensibler als auf die allgemeine Wirtschaftslage. Dennoch sind Punkte wie die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt und die eigene soziale Sicherheit wichtiges Kriterium für die Entscheidung.