Die SPD nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine Untersuchung durchgeführt, um Zielgruppen für die politische Bildung zu definieren. Daraus hat siche eine heftige politische Debatte über das Vorhandensein einer neue „Unterschicht“ ergeben. In der Debatte wird hinterfragt, ob die Hartz IV Reformen schuld an einer neuen Armut in Deutschland und der Grund für das Vorhandensein einer neuen Unterschicht in der Gesellschaft seien.

Der zuständige Abteilungsleiter des Bereichs „Gesellschaftspolitische Informationen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, Frank-Dieter Karl, zeigte sich verwundert über die Debatte. Er wies darauf hin, dass derzeit nur ein Teilaspekt der Untersuchung diskutiert werde. Ziel der Studie sei es gewesen, Zielgruppen für die politische Bildung zu definieren. „Das, was jetzt im Moment anscheinend in der Diskussion nur eine Rolle spielt, ist eine Gruppe, die wir auch nicht als Unterschicht bezeichnet haben, sondern als so genanntes Prekariat.“ Gemeint seien damit Menschen, deren Lebensumstände in jeglicher Hinsicht prekär sind. Das betreffe die Einkommens- und Beschäftigungssituation ebenso wie die Wohnsituation. Hinzu kämen bei dieser Gruppe überdurchschnittlich starke gesundheitliche Probleme und eine formal niedrige Bildung.

Ob die Hartz-IV-Reform für die Entwicklung mitverantwortlich ist, sei „eine politische Wertung dieser Daten, die ich mir nicht zu eigen machen werde“ erklärte Karl in einem Interview. Karl sieht den Schlüssel für eine Lösung in der Bildung: es müsse den Kindern aus solchen benachteiligten Gruppen oder Schichten dabei geholfen werden, „sich selber eine Chance zu erarbeiten“.