Ein Jahr nach dem Start des Bildungspakets rückt es in das Zentrum der Kritik. An sich sollten die Leistungen zur Bildung und Teilhabe für Kinder aus Hartz-IV-Familien ein Stück Chancengleichheit im Bildungssektor schaffen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hält das Bildungspaket, das aus dem Bundesarbeitsministerium kam, für gescheitert und betitelt es als Flop. Es wird nur sehr schwar in Anspruch genommen. Von 642 Millionen Euro bereitgestellter Mittel sind im Jahr 2011 nur 129 Millionen, also ein Fünftel, ausgegeben worden, so die Gewerkschaftsvereinigung. Die Bundesagentur für Arbeit widersprach. In den 129 Millionen Euro seien weder die Ausgaben der 69 Kommunen enthalten, die Hartz-IV-Betroffene in Eigenregie verwaltet hatten, noch Ausgaben einer Reihe von anderen Stätten.

Doch auch wenn dieser Widerspruch der BA zutreffend sein sollte, sind, so meinen wir, immer noch viel zu wenige Mittel des Bildungspakets in Anspruch genommen worden. Viele Betroffen scheuen sich zum Amt zu gehen und einen Antrag auf Leistungen aus dem Bildungspaket zu stellen. Das Bildungspaket ist zu kompliziert ausgestaltet worden.