Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) schätzt, dass bis zum Jahr 2030 etwa 6 Millionen Arbeitskräfte fehlen werden. Dies sei die folge des domografischen Wandels. Er richtete einen Vorwurf an die Politik: diese habe den Wandel zur alternden Gesellschaft zu lange ignoriert. Dieser Fachkräftemangel sei nur noch durch gezielte Zuwanderung zu lösen.

Der BA-Chef beklagte zugleich die mangelnde Bereitschaft in der Bevölkerung zur Weiterbildung. Nur 15 % der der über 50-Jährigen seien bereit, sich weiterzuqualifizieren. In diesem Zusammenhang verwies der BA-Chef auf drei Kriterien für Erwerbslosigkeit. Diese seien fehlende Schulbildung, kein Berufsabschluss sowie ein Alter von mehr als 55 Jahren. Die Grupper dieser Menschen habe kaum eine Chance auf Wiedereingliederung ins Berufsleben. Sie mache etwa zwei Drittel der Arbeitslosigkeit in Deutschland aus. Auch bei den Unternehmen müsse hier dringend ein Umdenken erfolgen.

Um die Folgen des demografischen Wandels zu mildern, müsse auch das Arbeitsumfeld in den Betrieben den Bedürfnissenn der älter werdenden Mitarbeiter angepasst werden, etwa in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, Motivation und Leistungsfähigkeit. Außerdem müsse es gleich berechtigte und geleichbezahlte Arbeit für Frauen geben. Denn es stehe „unabänderlich“ fest: Bis zum Jahr 2060 werde die Bevölkerungszahl auf 70 Millionen schrumpfen. Der Anteil der über 60-Jährigen werde bereits bis 2030 auf knapp 30 % und bis 2060 auf etwa 34 % steigen, so der BA Chef.