Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember 2011 auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Zwar haben Entlassungen und Einstellungsstopps in Außenberufen und im Handel die Arbeitslosigkeit um 67.000 auf 2,78 Millionen steigen lassen. Dennoch erreichte der Dezember den niedrigsten Wert seit 1991. Im gesamten Jahr 2011 gab es durchschnittlich 2,976 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Auch diese Zahl, die unter der 3 Millionen Marke liegt, ist die niedrigste seit 20 Jahren.  Somit ist der deutsche Arbeitsmarkt zwei Jahre nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise in befriedigender Verfassung. Das Jahr 2011 war somit ungewöhnlich erfolgreich für den Arbeitsmarkt.  Man spricht bereits von dem deutschen Jobwunder.
Allerdings weist die Arbeitslosenstatistik einige Mäkel auf. Das Bundesarbeitsministerium teilte mit, dass viele ältere Hartz-4-Empfänger bereits seit 2008 nicht mehr in der amtlichen Erwerbslosenstatistik auftauchen. Wer älter als 58 Jahre ist, Hartz 4 bezieht und zwölf Monate lang erfolglos vermittelt wurde, gilt nach einer im Jahr 2007 beschlossenen Regelung nicht mehr als arbeitslos.
Hintergrund: Änderungen in der Arbeitsmarktstatistik sind keine neuen Ideen. In den vergangen zehn Jahren hat die Bundesagentur für Arbeit mehrere relevante Änderungen bei der Erfassung von Arbeitslosen vorgenommen, aufgrund von Gesetzesänderungen des Bundes. Der Begriff der Arbeitslosigkeit wurde dabei fast immer weiter verengt, wodurch die Zahl der amtlich registrierten Arbeitslosen verringert wurde.
Zuletzt ordnete die Bundesregierung im Mai 2009 die Erfassung von schwer vermittelbaren Jobsuchern neu. Jene, die von einem privaten Arbeitsvermittler betreut werden, zählen seither nicht mehr als arbeitslos. So kam es, dass es von einem Tag auf den anderen knapp 20.000 Erwerbslose weniger in der Arbeitslosenstatistik gab.
Bereinigt man die Arbeitslosenstatistik 2011 von ihrem Make-up,  zählt man also Ein-Euro-Jobber und Menschen in Fortbildungen mit, so sieht man, dass es knapp 3,9 Millionen arbeitslose Menschen in Deutschland gibt.  Bei der Bundesagentur für Arbeit heißt das Unterbeschäftigung.