Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will sich dem Fachkräftemangel mit Langzeitarbeitslosen entgegenstellen. Die Zahl der Hartz 4 Bezieher ist seit September erstamals unter 2 Millionen gesunken. Auf der anderen Seite stehen eine Million offene Stellen. Der Vorstand der BA wies darauf hin, dass es keine Vorbehalte gegenüber Langzeitarbeitslosen geben sollte. Arbeitgeber sollten das Fachkräftepotential besser nutzen.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat ausgerechnet, dass die zahl der Ewerbstätigen bis zum Jahr 2025 um 6,5 Millionen zurückgehen wird. Probleme werde es insbesondere in den Pflegeberufen, dem Handwerk, bei sonstigen Dienstleistungen und im Hotelgewerbe geben. In diesen Bereichen gibt es bereits derzeit fast 400.000 offene Stellen.  Demgegenüber stehen 690.000 Hartz 4 Bezieher, die eine schulische, betriebliche oder akademische Ausbildung in diesen Bereichen besitzen. Es werde gravierende Umsatzeinbußen geben, wenn die Volkswirtschaft dieses Potential nicht nutze, erklärte der BA-Vorstand.

Es dauere drei bis sechs Monate, bis sich ein Langzeitarbeitsloser wiedr an regelmäßige Arbeit gewöhnt habe. Die Hälfte der Hartz 4 Bezieher, die einen Job gefunden haben, hätten sich nach einem Jahr wieder bei der BA gemeldet. Der Grund sei in der Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse und der Zeitarbeit zu finden.Leiharbeit könne  eine Brücke in die Arbeitswelt sein.