Die Bundesarbeitsministerin hat eine Zuschussrente vorgeschlagen, um die Altersarmut zu bekämpfen. Der Gedanke, der dahinter steckt ist, kurz gesagt, folgender: Rente ist ein Lohn für die Lebensleistung, was sich in der Höhe der Rente widerspiegeln muss.

Höhe der Zuschussrente

850 Euro im Monat, das sei die Summe, die eine Rente im Minimum erreichen müsse. Reiche der erworbene Rentenanspruch nicht an diese Grenze heran, so soll nun der Staat die Aufstockung als Zuschuss zahlen. Damit hätte der Rentner mehr in der Geldbörse, als lediglich die Grundsicherung im Alter, also die Sozialhilfeleistung. Die Grundsicherung beträgt 364 Euro plus Kosten für die Unterkunft und möglichen Mehrbedarf.  Damit läge die Zuschussrente durchschnittlich um 200 Euro über der Grundsicherung.

Gegenwärtig erhalten etwa 400.000 Menschen in Deutschland die Altersgrundsicherung, also das Hartz 4 für Senioren. Zum Vergleich: es gibt 20 Millionen deutsche Rentner. Die durchschnittliche Rentenhöhe beträgt 1209 Euro im Monat. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Rentner 45 Jahre das Durchschnittseinkommen erziehlt und Rentenbeiträge eingezahlt hat.

In der Zukunft werden Rentner weniger aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Das liegt am Altern der Bevölkerung an an gebrochenen Erwerbsbiografien.  Hier könnte die Zuschussrente eingreifen.

Die Bundesarbeitsministerin will die Voraussetzungen für den Anspruch auf Zuschussrente jedoch auf eine hohe Hürde legen. Man soll 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, wobei alle Schuljahre ab 17 sowie Ausbildung, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Schwangerschaft mitzählen. 35 Jahre davon sollen die Betroffenen einen Rentenbeitrag eingezahlt haben müssen. Zudem muss der Abschluss eines Riester-Rentenvertrages oder eine Betriebsrente nachgewiesen werden.

Anspruchsvoraussetzungen

An den Voraussetzungen für den Anspruch auf die geplante Zuschussrente setzt vielfältige Kritik an. Denn: gerade einmal 17.000 Rentner, die zur Zeit Grundsicherung erhalten, würden von der Zuschaussrente profitieren. Das seien etwa 3000 Versicherte pro Rentenjahrgang.

Die Bundesarbeitsministerin rechnet für 2013, dem Jahr, in dem die Zuschussrente eingeführt werden solll, mit 15.000 bis 20.000 Rentnern, die aus der Grundsicherung auf 850 Euro kommen würden. In den folgenden Jahren würden jedoch bis zu 100.000 Neuzugänge erreicht werden. Im Jahr 2035 wären es eine Million.

Die Arbeitsministerin beziffert die Kosten für die Zuschussrente mit 50 Millionen Euro im Jahr 2013 und 2,9 Milliarden ab 2035 und in den Folgejahren.