Seit Anfang April 2011 haben Familien, die Hartz IV, Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten, einen Anspruch auf Leistungen aus dem sogenannten Bildungspaket für Kinder, also auf Zuschüsse für Schulmaterial, auf eine warmes Mittagessen in der Schule oder Kita, auf Nachhilfe und auf Zuschusse zu Freizeitaktivitäten. Es fragen jedoch nur wenige Eltern nach diesen Leistungen nach. Bislang haben lediglich 27 bis 30 Prozent der berechtigten Familien die Hilfen beantragt. 19 Prozent der anspruchsberechtigten Familien haben kein Interesse an den staatlichen Leistungen, so eine repräsentative Umfrage.

Das Bildungspaket soll jetzt noch besser beworben werden. Immerhin stehen 1,6 Milliarden Euro abrufbereit zur Verfügung. Und: das Buildungspaket ist der zentrale Punkt der jüngsten Hartz IV Reform und damit Prestigeobjekt des Arbeitsministeriums.

Noch viel zu wenig Hartz IV Empfänger wissen über die neuen Leistungen Bescheid. Dies müsse geändert werden, so das Ministerium. Dazu sollen neue Wege gegangen werden. So ist vorstellbar, das Sozialarbeiter die bedürftigen Familien aufsuchen. Aber vor allem sollen Kinder und ihre Eltern über die Kitas und die Schulen sowie Vereine erreicht werden.

Die Arbeitsministerin will jedoch kein einziges der Kinder aufgeben.

Offiziell stellt man für die Leistungen aus dem Bildungspaket einen Antrag auf Leistungen für Bildung und Teilhabe. Doch schon der Name dieser neuen Leistung macht deutlich, dass es schwierig ist, Bevölkerungsschichten damit zu erreichen, die oft auch als bildungsfern bezeichnet werden.

Bund, Länder und Kommunen einigten sich Ende Juni 2011 darauf, das Antragsverfahren für Leistungen aus dem Bildungspaekt zu vereinfachen.