Seit dem 1. Januar 2011 heißen sie Jobcenter, davor ARGE bzw. Arbeitsgemeinschaft. Im Jobcenter Münster werden zur Zeit 20.000 Münsteraner in ca. 10.000 Bedarfsgemeinschaften betreut; sie erhalten „Hartz IV“. Es gibt etwa 3000 Regelsatz-Bezieher in Münster, die trotz eines Jobs zusätzlich Hartz IV Leistungen beziehen, die sog. Aufstocker. 1000 davon haben eine Vollzeitstelle.

Nun ereignete sich folgendes: Ein Bezieher von Arbeitslosengeld II mit Vollzeitjob und seine Lebensgefährten, mit der er eine Bedarfsgemeinschaft bildete, wurde vom Jobcenter eingeladen, um seine Situation zu analysieren und zu überlegen, ob er kündigen und eine andere Stelle finden kann, so das Jobcenter. Der ALG-II Bezieher weigerte sich jedoch, der Einladung zu folgen; er wollte seinen derzeitigen Job behalten. Daraufhin habe er, so der Leistungsbezieher, nicht nur eine neue Einladung erhalten, sondern auch die Drohung, dass Leistungen um 10 Prozent zu kürzen seien. Der Mann und seine Lebensgefährtin hatte nur für kurze Zeit (zwei Wochen) Arbeitslosengeld II beantragt und der Hartz IV Bezug war aufgrund einer Arbeitslosigkeit der Lebensgefährtin eingetreten.

Die Frage bleibt offfen, ob dieser vielleicht gut gemeinte „Beratungsservice“ des Jobcenters Münster vielleicht ein wenig zu weit gegangen ist.