Am letzten Freitag hat der Bundestag die Hartz IV Reform 2011 auf den Weg gebracht. Zuvor kochten die Emotionen im Bundestag hoch. Überraschend ließ sich der SPD-Chef auf die Rednerliste setzen und die Bundesarbeitsministerin sogar zweimal.

Doch was wird sich für Millionen von Hartz IV Beziehern im Jahr 2011 ändern? Wie sieht die Hartz IV Reform aus?

Zunächst: Ab Januar wird es monatlich 5 Euro mehr für Hartz IV Empfänger geben. Der Hartz IV Regelsatz steigt dameit auf 364 Euro. Dies gilt für einen alleinstehenden Haushaltsvorstand. Leben zwei Hartz IV Bezieher in einer Wohnung zusammen, so bekommen sie 656 Euro als Regelleistung.

Der Hartz IV Regelsatz gliedert sich wie folgt: Für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke sind 128,46 Euro monatlich eingeplant. Für Strom und Wohnungsinstandhaltung 30,24 Euro. Für Möbel, Hausgeräte und Heimtextilien sieht der Regelsatz einen Betrag von 27,41 Euro vor. Für die Fahrt mit Bus und Bahn sind 22,78 Euro vorgesehen. Für Freizeit, Unterhaltung, Gaststättenbesuch und Kultur wrden den Hartz IV Beziehern monatlich 7,16 Euro zur Verfügung gestellt.

Pauschalen für Tabak und Alkohol gibt es nicht mehr in den neuen Regelsätzen.

Auch die Hinzuverdienst-Grenze wurde angehoben. 20 Euro mehr bleiben den Arbeitslosengeld II Beziehern nun mit der Neuregelung pro Monat, wenn sie einen Job ausüben und lediglich ergänzend Hartz IV Leistungen beantragen.

Die Regelleistung für Kinder wird nicht verändert. Kinder bis fünf Jahre bekommen 215 Euro, Kinder von sechs bis 13 Jahren bekommen 251 Euro. Die 14 bis 18-Jährigen erhalten 287 Euro Regelleistung.

Um die Schulchancen und Jobchancen der Hartz IV Bezieher zu verbessern, hat die Bundesregierung ein Bildungspaket auf den Weg gebracht. Darunter fallen ein warmes Mittagessen, kostenlose Beförderung von Schülern ab der zehnten Klasse, Nachhilfe- und Musikunterricht, Trainig im Sportverein sowie der Besuch von kulturellen Veranstaltungen, wie etwa ein Theaterbesuch. Für ein Kind werden hierfür monatlich 10 Euro ausgegeben werden können.

Die Erhöhung bzw. Anpassung des Regelsatzes wird den Bund im Jahr 2011 270 Millionen Euro kosten, die Kommunen 20 Millionen.